Gestern, am kürzesten Tag des Jahres, fand nun überall in Deutschland der Kurzfilmtag statt. Vorbild war der französische LE JOUR LE PLUS COURT,
der bereits im vergangenen Jahr in ganz Frankreich mit großer Resonanz
gefeiert wurde. Unterstützt von prominenten Paten beteiligten sich über
500 Mitveranstalter in 350 Städten mit insgesamt 6.000 Vorstellungen.
In Berlin beteiligten sich, wie auf der Homepage der AG Kurzfilm zu sehen war, vom Going Underground bis zum Best Of insgesamt 14 Organisatoren für dieses bemerkenswerte Schauspiel.
Unter dem Motto:
KURZFILMTAG BERLIN - PING PONG: KinoBerlino und LVBB
wurde von unserem Landesverbandsvorsitzenden Dave Lojek ein 90-minütiges Programm zusammengestellt. Der Begriff Ping Pong bezog sich auf den Wechsel von Beiträgen zwischen der Filminitiative KINOBERLINO und dem Video- und
Filmverband Berlin / Brandenburg e.V., welche Perlen aus ihren vielen
Kurzfilmfestivals auf die Leinwand projizierten. Das Kino Moviemento ist digital umgerüstet, so dass Lojek mit einer kleinen Festplatte den Vorführer beglückte. Die Projektion mit einem 2-k-Beamer war einfach super, der Ton Spitze!

Eine Bemerkung zum Kino: Gegründet wurde das Kino 1907 von dem Gastronomen
Alfred Topp als Kinematographen-Theater. Im ersten Stock seines 1905
gebauten Wohn- und Geschäftshauses am Kottbusser Damm 22 richtete er das
Lichtspieltheater am Zickenplatz - auch als „Topps Kino“ bekannt - ein. Der Legende nach wurde aus dem Namen der Begriff „Kintopp“, der bis heute als Synonym für die Anfangszeit des Kinos steht (aus Wikipedia).
Es hat drei Kinosäle mit 62, 67 und 103 Plätzen. Wir waren im Saal 2 und konnten uns an etwa 11 Besuchern, davon 3 aus dem Landesverband "erfreuen". Zugegeben, auch die 2 Stunden davor stattgefundene Veranstaltung "Die kurze Libido", ein Fun-Porn-Kurzfilmprogramm vom Pornfilmfestival Berlin hatte auch nicht mehr Interessenten. Und das zwei Stunden nach uns gelaufene Programm, die besten Filme aus dem Wettbewerb "20. Internationales Filmfestival ContraVision" war nicht gerade überbordend besucht. Lojek meinte, dass bei dieser Programmvielfalt wir uns gegenseitig die Zuschauer wegnehmen würden. Hinzu kam meiner Meinung nach noch der ungüstige Termin, denn viele meiner Bekannten und Freunde nutzen die Zeit, um mit ein paar Tagen Urlaub gleich zwei Wochen Freizeit zu genießen. Sollten das die alleinigen Gründe sein? Werbung wurde genug gemacht. Jedoch nur von den Beteiligten! In der Presse hatte ich nichts gelesen, im TV auch nichts gesehen. arte hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, - Einsendeschluss war schon im September - von diesem hatte ich aber erst etwas gehört (gelesen), als dieser Kurzfilmtag ausgeschrieben wurde. Die Siegerfilme wurden dann bei arte gezeigt.
Die AG Kurzfilm will ja diesen Tag als feste Größe etablieren. Nun ja, aber bei der Resonanz? Und aus den eigenen Reihen war ja die Beteiligung ebenfalls nicht überragend. Kein Interesse? Falscher Termin? Keine wirkungsvollen Filme? Meinungen dazu wären nicht nur für mich interessant. Können ja hier im Blog geschrieben werden, ... sofern dieser überhaupt gelesen wird.
RaHa


