Dienstag, 1. April 2014

Videofilmer Senftenberg präsentieren ISK und DMW


Die 6. Internationalen Senftenberger Kurzfilmtage ( ISK )  und der 21. Deutsche Minutenwettbewerb (DMW) vom 28. bis 30. März 2014 sind nun schon wieder Geschichte. Im Theater NEUE BÜHNE Senftenberg war das Kino eingerichtet und die Bühne mit Requisiten für das Rahmenprogramm "Leben am Fluss" ausgestattet. 

Als ich vor langer Zeit das Thema der diesjährigen Internationalen Senftenberger Kurzfilmtage las, war ich zunächst skeptisch, was „Leben am Fluss“ so bieten könnte. Doch ich wurde am 28. und 29. März sehr angenehm überrascht von der Vielfalt und der Qualität der Filme. 

Entsprechend ihres guten Rufes hatten die Senftenberger Videofilmer wieder alles aufgeboten, was diesem Festival zum Erfolg verhilft. Sie hatten zwar kein Anglerglück, doch die Flaschenpost in der Schwarzen Elster, dem Heimatfluss, wurde gerettet und Festivalleiter Michael Franke konnte sie im Boot „Stella Maris“ öffnen. Mit dem darin enthaltenen Programm nahm das Festival seinen Lauf.

Schirmherr der Veranstaltung Andreas Fredrich, Bürgermeister von Senftenberg, eröffnete am Freitagnachmittag im „Neuen Theater“ die Kurzfilmtage. Auch der Intendant des Hauses, Sewan Latchinian, ließ es sich nicht nehmen auch im Namen seiner Mitarbeiter mit „Glück auf“ ein gutes Gelingen zu wünschen. 

Die Bühnenarbeiter und Techniker hatten zuvor ebenfalls keine Mühen gescheut, die Bühne Thema gerecht mit Hintergrundbild von der Weltkarte, Boot, Ruder und Fischen aus zu staffieren. Obwohl diese Art von Fischen mir etwas zu groß geraten schienen für einen Fluss. 

Für die Moderation der Filme
holte Michael Franke  sich Verstärkung ins Boot. Julia Schubert, sie hat bereits bei den 5. Kurzfilmtagen moderiert, ist Musicaldarstellerin bei den „Chaotischen Idealisten des Kulturregen“ e. V. Wormlage, die seit 11 Jahren regelmäßig im Amphittheater tausende Besucher anlocken. 

Im Themenprogramm liefen 20 Filme aus England, Österreich, der Schweiz und Deutschland, die uns das Leben auf, im und am Fluss präsentierten. Dokumentationen, Porträts und sogar Spielfilme führten uns nicht nur zur Schwarzen Elster, Elbe, Stepenitz, Havel und Donau, sondern u. a. an das Delta des Mekong, den oberen Sepik in Papua-Neuguinea, die Backwaters in Kerala, den Nil und die Wasserfälle des Iguazú.
Im englischen Spielfilm „Civvy Street“ sahen wir, wie ein alter Mann, am Fluss, in seinem Wohnwagen abseits der Zivilisation, versucht, Erlebtes zu vergessen und dem Alkohol adé zu sagen. 

Es wurde uns das Leben der Menschen am Fluss, aber auch von Fischotter, die bei Aristoteles und Karl dem Großen einen schlechten Ruf hatten, Feuersalamander vor der Haustür und in der Nähe sowie der Eintagsfliege an der Theiss (
Tisza) in sehr eindrucksvollen Bildern und interessanten Informationen gezeigt.
In einem Gespräch zwischen Achati, der ins Wasser plumpste, und dem Fluss, erfuhren wir, wie die Schwarze Elster durch Menschenhand sich veränderte und letztlich auch durch den Bergbau ein Teil ihres Bettes verlor.
Interessant auch, dass man mit Wohnwagen auf einem Ponton von Freecamper gemächlich über Havel und Uckermärkische Seen schippern kann oder auf einem Nebenfluss der Isar in München, was mal eine Pferdeschwämme bzw. Abwasseraufnahme war, seit 2010 mit Erlaubnis, aber auf eigene Gefahr Surfen darf und wie wenig Freddy Quinns Gitarre und Juanita mit der harten Arbeit auf einem Frachter zu tun haben.
Wir durften die Schwechat und Schwarze Sulm begleiten und erlebten mit, was rechts und links des Ufers passiert, wächst, steht oder gebacken wird.
Unterhalten fühlte ich mich auch von den zwei Spielfilmen, wo jemand seinen Traumpartner am Fluss endlich findet. 

Außer Konkurrenz erlebten wir die Uraufführung des Films „Die Schwarze Elster – von der Quelle bis zur Mündung in den Jahreszeiten“, den die Senftenberger Videofilmer in den letzten zwei Jahren produziert haben und der viele zusätzliche Kinobesucher anlockte. Ein sehr informativer Film, der wahrscheinlich nicht nur mich animierte, einiges genaues anzusehen. 

Die Jury, der Monika Hašková (Prag, CZ), Andrzej Przezdziecki (Konin, PL) und Igor Holland-Moritz (Senftenberg, D) angehörten, hatte es nicht leicht, die Gewinner der Senftenberger Findlinge zu küren. Entsprechend des bekannten Rituals mit den berühmten Umschlägen, das bei großen Festivals zelebriert wird, wurden nominiert: 

  • „Leben am oberen Sepik“ von Doris von Restorff, Karlsruhe
  • „Die Schwechat und ihr Umfeld“ von Helmut Riedl, Baden/Österrreich
  • „Am Ende des Mekong“ von Michael Preis, Dortmund
  • „Civvy street“ von Matt Worthington, Bedfortshire/England
  • „Träges Fließen“ von Hartmut Ibsch, Kirchheim unter Teck
  • „Palingenia Iongicauda“ von Alfred Leumann, Jona-Rapperswill/Schweiz
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Die Gewinner sind:

  • In Gold – „Träges Fließen“
  • In Silber – „Die Schwechat und ihr Umfeld“
  • In Bronze – „Am Ende des Mekong“
  • Sonderpreise:
  • des Bürgermeisters – „Nix La Paloma“ von Hans-Jürgen Schekan, Edewecht
  • des ausrichtenden Clubs – „Das verlorene Bett“ von Dr. Elke Eckardt, Freiberg;
  • „Adieu Stress“ von Dietmar Siefert, Leverkusen und „Auf der Spur des Fischotters“ von Harald Erdmann, Uetze-Hänigsen

Für den 21. Deutschen Minutenwettbewerb wurden 29 Filme eingereicht.

Eine öffentliche Auslosung legte die Reihenfolge der Vorführung fest. Dann war wie immer das jurierende Publikum gefragt. In der 1. Runde wurde fleißig gepunktet, um die 16 Besten und die Reihenfolge zu ermitteln, wie die Filme in der 2. Runde im
K.-o.-System gegeneinander antreten. Durch Handzeichen der Zuschauer wurden zunächst folgende acht Filme bestimmt, die zu den DAFF delegiert werden:
  • „No risk no fun“ von Fantasia Dresden
  • “Zahnloser Tiger” von Hans-Jürgen Schekan, Edewecht
  • „Generation Iphone“ von Frank Melchert, Brackenheim
  • „Bitte“ von Matthias Spehr, Rostock
  • „Vorsicht“ von Hans Hickisch, Berlin
  • „Der Schlafwandler“, Videofilmer Senftenberg
  • „Männerträume“ von Dr. Frank Dietrich, Senftenberg
  • „Kopfsache“ von Michael Franke, Großräschen

Anschließend ging es um den Minutenmeister aus diesen acht Beiträgen.
Minutenmeister wurde „Kopfsache“, „Der Schlafwandler“ folgte auf Platz 2, und die dritten Plätze belegten „“Bitte“ und „Männerträume“.

Für seinen Minutenbeitrag „Reine Wahrheit“, der mal wieder zeigte, das das weibliche Geschlecht meistens Zuhause das Sagen hat, erhielt der älteste angereiste Filmer, Heino Rocker aus Wiesmoor, einen Sonderpreis.

Allen Gewinnern meinen herzlichen Glückwunsch.

Die Siegerehrung am Sonntagmorgen fand wieder an einem besonderen Ort statt. Über das neue Bett der Schwarzen Elster gelangten wir zum Schullandheim „Am Alten Wehr“ und zum Senftenberger See.


Hervorheben möchte ich noch die Mitwirkenden bei der musikalischen Umrahmung: 

Gerd Schade, der uns am Freitagabend mit seiner Ukulele und Mundharmonika erfreute, Johanna Schiller (13) mit Klarinette und Annika Schmidt (18) mit Querflöte von der Musikschule OSL am Sonnabendvormittag und das Trio AMS vom Haus, das uns am Sonnabend Abend im „Irish Pub“ des Theaters mit seinen irischen Volksliedern begeisterte und zum Mitmachen herausforderte. Letzteres sind Schauspieler Alexander (Gitarre), Inspizient und Schauspieler Mirko (Banjo) sowie Tontechniker Sigurd (Bass). 
Abschließend danke ich allen Mitgliedern des Senftenberger Clubs für das gute Gelingen und dem Festivalleiter für die unterhaltsame und charmante Moderation. Auf ein Neues 2015 sagt nicht nur

Uschi Wicke
ars cinema berlin e. V.