Montag, 23. April 2012

„Afrika in Senftenberg“ und "Deutscher Minutencup 2012"


„Afrika in Senftenberg“

Das war das Rahmenprogramm der 4. internationalen Kurzfilmtage in der 26.000 Einwohner zählenden Stadt. 

Senftenberg befindet sich im Süden des Bundeslands Brandenburg in der Grenzregion zu Sachsen. Die Stadt liegt an der Schwarzen Elster und am Senftenberger See. Senftenberg bildet mit Hoyerswerda den Kern des Lausitzer Seenlandes. Dabei handelt es sich um die künftig größte künstliche Seenplatte Europas mit einer Gesamtausdehnung von Westen nach Osten von ungefähr 80 Kilometern, von Norden nach Süden (je nach Abgrenzung) zwischen 32 und 40 Kilometern. 

Im wunderschönen Ambiente des Theaters „Neue Bühne“ flimmerten nun von Freitagabend bis Samstag die eingereichten Beiträge auf der großen Leinwand den zahlreichen Zuschauern entgegen.
Matthias Schulz mit seiner kleinen Mannschaft hatte für vorzügliche Vorführtechnik gesorgt und somit ein brillantes Bild auf die Leinwand projiziert. Unter der gewohnt sicheren Moderation des Festivaldirektors Michael Franke wurde der Führungswechsel bei den Videofilmern Senftenberg im Bild (Film) auch für uns noch einmal dargestellt. Glücklich der Club, der diesen Generationswechsel in der Führung vollziehen kann!
Ein junger Gitarrist aus Berlin eröffnete dann am Samstag die Veranstaltung und brachte dann selbst komponierte Werke zu Gehör. Ein wahrer Genuss und das von einem 16-Jährigen. Chapeau!

Afrikanisch war dann auch das Rahmenprogramm. Der Gospelchor aus Senftenberg verführte uns mit seinen Liedern in ein doch fast unbekanntes Land, nach Südafrika. Kirchliche und auch weltliche Lieder erklangen und stimmten die Zuschauer in das Rahmenprogramm ein, zumal auch das Catering im Foyer „afrikanisch“ ausgerichtet war.

Gospelchor Senftenberg
Den Samstagabend durften dann zahlreiche Zuschauer auch aktiv werden und mit ungewohnten Instrumenten, Pauken, Rasseln, und-was-weiß-ich-noch musizieren. Zeitweilig waren mehr Akteure auf der kleinen Bühne als Zuhörer im Foyer. Eine „Mords-Gaudi“.

Am Sonntag hatte der Veranstalter noch zu einer schönen Rundreise über den Senftenberger See eingeladen.

Die „Santa Barbara“ fuhr auch an dem neuen Kanal - offizielle Bezeichnung Überleiter 11 - vorbei, der den Sedlitzer mit dem Großräschener See verbinden soll und dabei die Bundesstraße 96 und den Fluß Schwarze Elster unterquert. Eine Schleuse ist eingebaut, um die unterschiedlichen Wasserstände von bis zu 2 Metern zu halten.

Eingeleitet durch eine kurze Danksagung des neuen Clubchefs Jürgen Haase, feierlich mit einem Glas Sekt, wurde dann die Siegerehrung vorgenommen.

Doch zurück zum Rahmenprogramm: „Faszination Afrika“.
Aus 39 Einreichungen wurden von einer Auswahlkommission 26 Filme für das Festivalprogramm bestimmt. Allen Beiträgen konnte ein super-hohes Niveau bescheinigt werden. Fantastische Bilder, exzellenter Ton, hervorragender Schnitt. Die Jury für diesen Sonderwettbewerb, Monika Hašková aus Praha/Prag, Beata Dżon aus Opole/Oppeln und Andreas Lippitz aus Berlin, der für den kurzfristig absagenden Said Manafi aus Wien einsprang, hatte es besonders schwer, eine Reihenfolge der Preisträger zu ermitteln.



Letztendlich wurden folgende Filme nominiert:



Film Nr. 2            „Völker im Omo-Land“ von Doris von Restorff
Film Nr. 4            „Gerewol“ von Heidulf Schulze
Film Nr. 8            „nero su bianco“ von Rolf Mandolesi
Film Nr. 13          „Harte Sitten“ von Heidulf Schulze
Film Nr. 14          „Begegnungen mit den Hamer“ von Cord von Restorff
Film Nr. 17          „Nah an Afrika“ von Michael Preis

und in einer weiteren Juryrunde wurden dann mit dem Senftenberger Findling prämiert:

in Gold                                „Völker im Omo-Land“ von Doris von Restorff
in Silber                              „Gerewol“ von Heidulf Schulze
in Bronze                           „nero su bianco“ von Rolf Mandolesi

Preis der Jury für den besonderen Film:

„Bei Anruf – wild“ von Manfred Hennig

Preis des Veranstalters:

          „Nah an Afrika“ von Michael Preis

Preise für die Kurzfilmtage "Faszination Afrika"
Auf Grund des gleichzeitig laufenden Bundesfilmfestivals „Reisefilm“ und auch anderer waren viele Autoren leider nicht anwesend. Schade eigentlich, doch der Veranstalter muss sich ja nach freien Terminen des Theaters richten. Was bestimmt nicht immer sehr einfach ist.

19. Deutscher Minutenwettbewerb

Immer wieder ein besonderes Seherlebnis, wenn diese Kurzweiler über die Leinwand flimmern. Und auch immer wieder ein besonderes Merkerlebnis, wie unterschiedlich das Publikum auf bestimmte Filme reagiert. Um es vorweg zu nehmen, den „MinutenKunstPreis“ des Ausrichters erhielt „Im Handumdrehen“ von Werner Henne aus Pfullingen. Der Inhalt sei nicht verraten, da die besten 8 Minutenfilme bei der DAFF in Seligenstadt laufen werden. Mal sehen, wie das Publikum dort entscheidet.

Deutscher Minutenfilmmeister wurde der Titelverteidiger Jürgen Haase von den Videofilmern Senftenberg mit dem Streifen: „Eine Bettgeschichte“. Etwas makaber, kurz, knapp und überzeugend gespielt. Und auch „international verständlich“.

Den 2. Platz errangen Sigrid und Hans-Werner Tzschichhold aus Berlin mit: „wireless fidelity“. Ein Generationsproblem am Beispiel der neuen Kommunikationstechnik.
Den 3. Platz errangen:
„Urlaubsvorfreude“ Frank Lauter, Schwäbisch Hall
„Ganz genau“ Michael Franke, Großräschen

Und last but not least, den 4. Platz belegten: 

„Trautes Heim“ Jutta und Frank Dietrich, Senftenberg
„Das habe ich mir gleich gedacht“ Frank Melchert, Brackenheim
„Drei Freunde“ Willibald Eizenhöfer, Großostheim
„Im Handumdrehen“ Werner Henne, Pfullingen

Bemerkenswert ist doch, dass unter den ersten 8 immerhin drei Beiträge der Videofilmer Senftenberg vertreten waren. Sie sind wohl die Ein-Minuten-Spezialisten in Deutschland. Auch „Lausiwood“ war ein ansehenswerter Kurzstreifen, jedoch allerdings auch nur für Eingeweihte, die die Filme der Senftenberger kannten, erklärbar.

Allen Preisträgern und auch denen, die nicht in die Endrunde kamen, herzlichen Dank für die bemerkenswerten Filme.  Und viel Glück bei der Auswahl zur UNICA 2012 in Bulgarien.

Ein ganz großes Dankeschön den Videofilmern Senftenberg. Es war ein perfekt organisiertes Festival.


RaHa


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