Freitag, 11. Oktober 2013

Kleine „Family“ mit großer Wirkung

Family 13 diesmal in Polen

Die Teilnehmer
Nach einer vierjährigen Pause traf sich wieder einmal die „Family-Gemeinde“ vom 02. bis 06. Oktober zu gemeinsamen Filmerlebnissen in dem kleinen Kurort Kudowa-Zdrój im niederschlesischen Polen. Kudowa ist eines der ältesten Heilbäder Niederschlesien. Es liegt am Fuße des Heuscheuergebirges in einem nach Süden geöffneten Tal, nahe an der tschechischen Grenze
Der Dresdner „Family-Vater“ Rolf Birn, Mitglied bei den Videofilmern Senftenberg, hatte – wie bisher – alles gut und rechtzeitig vorbereitet: eine preiswerte Unterkunft mit sehr üppiger und schmackhafter Halbpension und lohnenswerte Ziele in der Stadt und Umgebung. 
Das Thema in diesem Jahr hieß „Buntes“. So wandelten, filmten und fotografierten wir im herrlichen, wenn auch etwas kühlen, aber sonnigen Kurpark.
Hier war besonderer Anziehungspunkt einmal der „Musikgarten“, gewidmet dem Begründer der Polnischen Nationaloper und in dem seit 1962 jährlich das Moniuszko-Festival stattfindet. Und zum anderen hatten viele einen Riesenspaß auf dem bunten, vielseitigen und sehr zum Benutzen animierenden Spielplatz.
Einige besuchten das umfangreiche und bemerkenswerte Spielzeugmuseum. 
Der Höhepunkt war die Besichtigung der ältesten und noch erhalten gebliebenen Papiermühle Polens in Duszniki Zdrój (Bad Reinerz) Die alte Papiermühle wurde 1562 von dem aus Sachsen stammenden Papiermacher Nikolaus Kretschmer übernommen und 1605 nach einer Überschwemmung neu errichtet. Nach einer sehr informativen Führung durch die Geschichte und Technik des Papierherstellens im Museum, konnten alle selbst ihr weißes und farbiges Büttenpapier schöpfen. 
Ein weiterer Besuch galt dem Mariensanktuarium im Wambierzyce (Albendorf). Mit der schönen Basilika und den zahlreichen Kalvarienkapellen – es gibt 79 Stationen - und beweglicher Krippe wird es auch „Schlesisches Jerusalem“ genannt. Seit dem 13. Jahrhundert zieht eine kleine, in Lindenholz geschnitzte Figur der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind zahlreiche Pilger und Reisegruppen an.
 
Das Ziel am Sonnabend waren die „Osówka“ (Säuferhöhen), eines von sieben unterirdischen Komplexen. Hier im Eulengebirge begann 1943 das Bauvorhaben „Riese“. Die Arbeiten für die gewaltigen Räume wurden überwiegend von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen ausgeführt. Am Höhepunkt der Bauarbeiten waren 30.000 Menschen und über 50 verschiedene Firmen beschäftigt.
 
Polanica-Zdrój
Weitere Stationen waren u. a. der Kurort Polanica-Zdrój (Bad Altheide), wo gerade ein Folklorefest stattfand und für einen unserer Teilnehmer sogar eine Reise in die früheste eigene Kindheit, wo man in der Wohnung seiner Geburt auf ein nettes, gastfreundliches Ehepaar traf.
 
Traditionsgemäß wurde ein Teil des Gefilmten gleich bearbeitet bzw. Teile des Rohmaterials am letzten Abend vorgeführt und musikalisch ergänzt mit lustigen Liedern zur Ukele.
Abends sahen und besprachen wir im Rückblick Werke von 2008 und erfreuten uns an den Filmen von Amateuren und Profis.
Rolf Birn referierte über Trick- und Animationsfilm - "anima" sei Dank - mit Beispielen seiner Jugendlichen und bot eine Kombination Real-Trickfilm an. 

Nur schade, dass zu viele Filmfreunde – z. T. auch kurzfristig – abgesagt hatten. Doch ich denke, dass wir 15 langjährige Mitmacher sehr beeindruckt waren vom Erlebten und Gesehenen.

Wir bedanken uns deshalb auf diesem Wege noch einmal für die Mühen von Rolf und auch bei Wolfgang Becker vom ars cinema berlin e.V., der bei den Vorbereitungen Unterstützer war und auch die Fotos beisteuerte.
Wir freuen uns schon auf das Treffen im nächsten Jahr.

Uschi Wicke
ars cinema berlin

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