Wettbewerbs- und
Juryregelungen des BDFA
B Juryregelungen
Grundvoraussetzungen:
Für alle Filmfestivals (außer Clubwettbewerben,
Sonderwettbewerben und DAFF) gelten folgende
Grundvoraussetzungen:
• Eine
ungerade Anzahl an Juroren, um Mehrheitsverhältnisse entstehen zu lassen
• Ein
Juror darf nicht in dem Wettbewerb, in dem er als Juror aktiv ist, an der
Herstellung eines Wettbewerbsfilms beteiligt sein.
• Die
Mehrheit der Mitglieder einer Jury müssen BDFA-Mitglieder sein.
• Dies
gilt nicht für die DAFF und Sonderwettbewerbe.
Bei der gestrigen Jahreshauptversammlung des ars cinema
berlin e.V. wurde dieser Punkt im Vorfeld der Versammlung kontrovers
diskutiert.
Bei vielen LandesFilmFestivals des Landesverbandes Berlin/Brandenburg
konnten wir Profis engagieren, welche seit Jahrzehnten mit dem Amateurfilm sehr
verbunden sind. Ich nenne nur ein paar Beispiele:
• Gunther
Scholz, Regisseur und Autor.
• Renate
Epperlein, Dramaturgin
• Ralf
Schenk, Journalist, Filmkritiker, Filmhistoriker und Autor
• Peter
von Herwarth, Kameramann
• Mathias
Blochwitz (seit 2018 Mitglied bei uns).
Auch Andreas Dresen war schon bei uns in der Jury. Er kam
ja aus der Amateurfilmszene.
Gerade durch Außenstehende mit hohem Sachverstand und den
nötigen Kenntnissen der Spezifik des Amateurfilms wurden Filme sachgerecht
diskutiert und bewertet.
Durch die angestrebte Mehrheit besteht die große Gefahr,
dass „im eigenen Saft geschmort“ wird. Außerdem ist die Fachkenntnis eines
Filmjurors nicht in jedem Fall gegeben. Es fehlt ja auch eine Ausbildung oder
eine qualifizierte Schulung. Das möge in anderen Landesverbänden anders sein,
aber gerade im Landesverband Berlin/Brandenburg ist die Situation sehr
schwierig. Seit Jahren wird es immer komplizierter Juroren zu finden. Grund:
Das hohe Durchschnittsalter in den Clubs.
Und es gibt genug Beispiele, dass Filme nur mit Mühe zur
nächsten Ebene delegiert wurden, die dann sogar bei der UNICA einen Preis bzw.
ein Diplom erhielten. Juryzusammensetzung: 4 Mitglieder des eigenen
Landesverbandes Berlin/Brandenburg.
Und eine letzte Bemerkung: Wieso gibt es für die DAFF eine Sonderregelung?
Wir stellen das mal an die Clubs in B/B weiter, um ihre
Meinung zu erfahren. Um Antwort wird also dringlichst gebeten.
Allen ein ruhiges und trotzdem schönes Pfingsfest.
Rainer Hässelbarth
Clubleiter
ars cinema berlin e.V.



Manfred Hennig
AntwortenLöschenWir sind keine Leichtathleten, wo derjenige Sieger des Wettkampfes ist, der am höchsten springt oder als Erster das Ziel erreicht.
Lieber Rainer,
gerne möchte ich deiner Aufforderung zur Diskussion zum Thema „Wettbewerbs- und Juryregelungen des BDFA“ nachkommen.
Du hast recht, wir können froh und dankbar sein, dass Profis aus der Filmbranche in unseren Jurys mitarbeiten. Besonders die von dir genannten Personen zeichnen sich durch Fachwissen aus und haben ein gutes Gespür für die Verbandsbefindlichkeiten entwickelt.
Seit vielen Jahren bin ich auf Filmfestivals (LFF, BFF, DAFF, UNICA, sonstige), als Autor, Juror oder Besucher. Es gab Gesprächsrunden, die mich begeisterten, egal ob es Juroren aus dem Profibereich oder BDFA-Bereich waren. Die jeweils anderen Sicht- und Herangehensweisen bei den Filmanalysen waren immer interessant und lehrreich. Aber es gab auch Enttäuschungen, denn auch Profis können mit der Aufgabe überfordert sein.
Ich erinnere mich gut an einen Profikameramann in der Jury eines LFF in Berlin vor einigen Jahren, der nicht in der Lage war, einen Film des Wettbewerbs objektiv zu bewerten. Auch die Profis in der Jury bei den DAFF 2017 sorgten für einigen Unmut bei den Zuschauern und in diesem Jahr gab es viel Anerkennung, so unterschiedlich kann es sein.
Bei den BDFA-Juroren ist das nicht anders. Es gibt viele Beispiele, wo Filme bei den LFF auch von Profis unterbewertet wurden und die bei nachfolgenden Wettbewerben großen Erfolg hatten. Es gibt auch Beispiele, die genau andersherum zutreffen.
Wenn wir aus unseren Reihen neue Juroren suchen, können wir nicht erwarten, dass sich gleich Spitzenkräfte zur Verfügung stellen. Filme machen ist nicht leicht, Filme bewerten ebenso. Deshalb ist die Qualifizierung so wichtig, fachlich und sozial.
Wichtig ist auch, zu erkennen, ob ein Film das Potential für eine Weitermeldung hat. Deshalb hat eine Auswahlkommission genau so viel Verantwortung wie eine Jury.
Wir haben kein einfaches Hobby, wir Amateure mit professionellen Qualitätsansprüchen. Genau das unterscheidet uns von Hoch- und Weitspringern.
Beste Grüße
Manfred
Bad Liebenwerda, 27.05.2018