Es war wieder soweit!
Zum 5.
Mal trafen sich vom 5. bis 7. April 2013 zu den
Internationalen Senftenberger Kurzfilmtagen
die Film- und
Fangemeinde aus Nah und Fern. Diesmal zum Thema „Asien erfahren“ und um beim
20. Deutschen Minutenwettbewerb
als
Juroren die Teilnehmer für die DAFF und den Meister zu ermitteln.
220 Besucher hatte die „Neue Bühne“ an den
beiden Tagen. Und so gab es neben der herzlichen Wiedersehensfreude und
interessanten Gesprächen unter den Filmern sehr viel über den größten und
bevölkerungsreichsten Kontinent zu erfahren.
Leider konnte in diesem
Jahr der Bürgermeister Andreas Friedrich aus gesundheitlichen Gründen als
Schirmherr das Festival nicht eröffnen. Er bedauerte umso mehr, denn hatte er
doch auch schon Asien bereist und sich auf die filmischen Kostbarkeiten
gefreut. Jedoch in seinem Grußwort lud er alle Gäste ein,
die Stadt und die Lausitzer Seenlandschaft zu besuchen, die in einem kurzen
Film vorgestellt wurden.
Ebenfalls
filmisch vorgestellt wurden die Jury, die Moderatorin, und es gab einen
Rückblick auf die Kurzfilmtage des vergangen Jahres.
Das
Kurzfilmprogramm „Asien erfahren“ moderierte gekonnt die Musical-Darstellerin
Julia Schubert.
Teilweise auf
den Spuren von Marco Polo wurden in 23 Beiträgen auf vielfältige Weise die
Länder Türkei, Indien, Vietnam, Kambodscha, Myanmar, China, Korea und die Insel
Java bereist. Sie wurden jedoch nicht nur erfahren mit Zug und Auto, sondern
auch per pedes, mit Rikschas und Schiff oder auf dem Rücken von Kamelen und
Elefanten erkundschaftet. Es wurde über die tierärztliche Hilfe beim Erforschen
und Bekämpfen einer neuen Schweineseuche in China und über die Enthüllung eines
großen Wandgemäldes im mongolischen Zentrum Berlins berichtet.
Wir erlebten
malerische Landschaften, sahen
architektonische Kostbarkeiten und Wassermassen auf dem Weg zur Parfümpagode in
Hanoi, erfuhren vom Alltag der Menschen
und ihren Schicksalen, die Schattenseiten des Lebens, wie z.B. dem gefährlichen
und schweren Abbau von Schwefel im Vulkankrater des Kawah Ijen auf Java.
Wir erhielten
an der Shwedagon-Pagode in Myanmar Einblicke in die buddhistische Lehre, und
wir ließen uns von einem deutsch-indischen Liebesmärchen mit sehr schönen
Bildern verzaubern.
Sogar aus
Indien erreichte die Senftenberger Videofilmer in letzter Minute ein Spielfilm
nach vier Wochen Postweg über Probleme von jungen Leuten. Die Filmemacher
hatten im Internet die Einladung entdeckt und ihre Filmteilnahme gemeldet.
Es war
ein anspruchsvolles Programm, und die internationale Jury, vertreten durch
Monika Hašková, Prag(CZ), Dave Watterson, Bath (GB) und Igor Holland-Moritz,
Senftenberg (D), hatte es sehr schwer. Sachkundig und fair beurteilte sie, was
filmisch gelungen und was nicht und gab so den Autoren und Zuschauern wertvolle
Hinweise für die eigene
Arbeit.
Zu den
künstlerischen kamen auch wieder kulinarische Genüsse dazu. Asiatische Gerichte
und Weine stillten unsere leiblichen Bedürfnisse während der Filmtage.
Festivaldirektor Michael Franke, der charmant und ideenreich durch die Kurzfilmtage führte, verkündete die Nominierten und Sieger:
Senftenberger
Findling
in Bronze: „Die starken Frauen der Adivasi„ von Doris von Restorff, Karlsruhe. Adavasi das bedeutet „erste Menschen“. Diese Nachfahren der Ureinwohner Indiens versorgen sich in Kleingesellschaften selbst. Gut beobachtet wurde, dass die Frauen trotz ihrer schweren Arbeit auch immer noch tanzen und fröhlich sein können.
in Silber:
„Die Prinzessin und der Gärtner“ von Frank Dietrich, Kleinkoschen. Frank ist es wieder gelungen, auf originelle Weise mit Indien bekanntzumachen.
in Gold:
"Über das Leben in Kolkata“ von Michael Preis, Dortmund. Er berichtet spannend mit vielen Details über die Armut, das Leben eines Rikscha-Fahrers, den Streik der Tankstellen, das Warten auf die Schutzgöttin und Mutter Theresa.
Den Preis des Bürgermeisters erhielt der Film „Bromo“ von Rüdiger Schwarz, Magdeburg. Der Bromo ist einer der aktivsten Vulkane auf Java. In seiner Nähe verbrachte er Weihnachten.
Ein Teeservice aus Vietnam bekam „Ein Ausflug zur Parfümpagode“ von Maria Gockel, Mühlheim/Ruhr
Der Burmesische Dolch ging an den Beitrag „Beobachtet im Land der Burmesen“ von Ingo W. Roeber, Berlin.
Gewinner im 20. Deutschen Minutenwettbewerb:
Nachdem am Freitag die Reihenfolge der Filme in vier Wertungsgruppen ausgelost wurde, haben die Autoren und Zuschauer am Sonnabend fleißig gepunktet, um aus den 35 Einsendungen die jeweils vier Besten der Gruppen für die Wertungsrunden zu bestimmen. Aus diesen wurden für die DAFF sind ausgewählt:
„Attacke“ von Manfred Obermeyer, Düsseldorf
„Narkotika“ von Rüdiger Schnorr, Neu-Isenburg
„Ice-Cream“ vom Studio Fantasia Dresden
„Frohes Fest“ von der Gruppe Hendie, Bad Liebenwerda
„Der kleine Pfiffikus“ von Hans-Jürgen Schekahn, Edewecht
„Tür“ von Thomas Miccolis, Wuppertal
„Advent, Advent...“ von Wolfgang Biller, Großräschen
„Hilfe“ von den Videofilmern Senftenberg.
Minutenmeister und 1. Platz „Frohes Fest“ von der Gruppe Hendie, Bad Liebenwerda
2. Platz „Ice-Cream“ vom Studio Fantasia Dresden
3. Platz „Tür“ von Thomas Miccolis, Wuppertal,
und „Advent, Advent...“ von Wolfgang Biller, Großräschen.
Wolfgang Biller erhielt außerdem
den Preis des Veranstalters - ein Jahresabo „Videofilmen“
Kunstpreis ein Unikat der Senftenberger
Schmuckdesignerin für „quick apologize“ von Helmut Ludwig, Düsseldorf
Uschi Wicke (ars cinema berlin e.V.)
alle Bilder Jürgen Haase

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