Die Ergebnisse dieser Amateurfilmtätigkeit waren oft angepasst, formulierten aber auch Kritik, hatten Witz oder eine gute Geschichte und nahmen nicht selten Randständiges in den Blick. Insofern ist der Amateurfilm in der DDR ein Brennglas der damaligen Gesellschaft: mit ihrer Kulturpolitik und Ökonomie, den Möglichkeiten von Kunstausübung sowie den Sehnsüchten nach Austausch mit Gleichgesinnten. Fallstudien widmen sich einzelnen Filmen und Gattungen sowie Phänomenen des Forschungsfeldes wie etwa der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, der Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit sowie den internationalen Kontakten.
Die beigelegte DVD enthält 16 Beispiele des DDR-Amateurfilms, die erstmals für eine breitere Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Filme repräsentieren wesentliche Themen und ästhetische Kategorien der Gattung. Alle Beispiele werden im Buch näher analysiert.
Vogestellt wurde auch an diesem Abend der Studioleiter des ehemaligen AmateurFilmClub ENERGIE, Rainer Hässelbarth. Der ars cinema berlin e.V. ist der Nachfolger des Betriebsfilmclubs.
Gezeigt wurden folgende Filme:
Teufel Alkohol - ein Arbeitsschutzfilm.
Beratungsmuster, 1975, AFC Bewag, Regie: Rainer Hässelbarth, nach einer Glosse von
Helmut Schellhardt, sw, Ton, 8’ (mit Vorspann „Clubvorstellung“, produziert vom Fernsehen
der DDR, Reihe „Amateurfilmkino“, vermutlich ungesendet, 2‘), digital von 16mm,
erster 16mm-Film des Studios
Sonderpreis beim Satirefilmfestival „HAF“ (Humor v amatérském filmu) Tanvald 1977
Augen 1977, AFC Bewag, Regie: Rainer Hässelbarth, Gerhard Krause, fa, Ton, 3’30’’, digital
von 16mm. Aufgeführt auf dem Festival XVIII. Brenenska Sestnactka (Brünner Sechzehner) Brno, 1977 - Lobende Anerkennung.
Der Schoß ist fruchtbar noch / Dve Sestry, 1983, AFC ENERGIE / Filmové Studio Odborový
Dum Kultury Pracujícich (Studio ODKP) Ústí nad Labem, Buch und Regie: Josef Hovorka,
Kamera: Rainer Hässelbarth, Darstellerin der zwei Schwestern: Simone Bölcke, sw, Ton,
8’30’’, digital von 16mm (Remastering: Videostudio EVIS Prostejov)
1. Preis Festival „Strekovská kamera“ Ústí nad Labem 1983; Teilnahme UNICA-Festival 1985
Mar del Plata, div. andere Preise.
Krupka – nur eine Stadt? / Krupka – pouze mesto, 1986, AFC ENERGIE / Studio ODKP Ústínad Labem, Regie: Rainer Hässelbarth, Produktion: Wolfgang Becker, Jürgen Tielebein, Buch:
Matthias Waldau, Ivo Renotière, Andreas Lippitz, Kamera: Ivo Renotière, Frank Urban,
Maske: M. Renotièrova, Ton: Karsten Dahms, Jörg Steppat, Hauptdarsteller/innen: Simone
Bölcke, Josef Hovorka, Štefan Olšák, Zdenek Patzenhauer, fa, Ton, 17’, 16mm
2. Preis und Diplom beim Festival „Strekovská kamera“ Ústí nad Labem 1987
Wer nicht hören will muss spülen, 1986, AFC ENERGIE, Regie: Jürgen Tielebein, Idee: Rainer
Hässelbarth, Kamera: Frank Urban, Andreas Lippitz, Schnitt: Jörg Steppat, Ton: Holger
Guhrsch, fa, Ton, ca. 8’, 16mm
Gasometer-Sprengung Berlin, Prenzlauer Berg (AvT), 1984, AFC ENERGIE, fa, stumm, ca. 3’,
digital von 16mm; in der DDR nicht veröffentlicht.
Ist der Ofen aus?, 1987/88, AFC ENERGIE, Regie: Rainer Hässelbarth, Sprecher: Hans-Georg
Thies, Beratung: Mathias Joachim Blochwitz, Dietmar Schürtz, weitere Gestalter/innen laut Vorspann: Ursula Buchheim, Karsten Dahms, Regina Liebs, Andreas Lippitz, Steffen Pick, Jörg Steppat, Jürgen Tielebein, Matthias Waldau, Hannelore Weyding, 16mm, fa, Ton, 14’ (Kurzversion),
digital von 16mm, Premiere: 27.4.1988, Kulturhaus der Energiearbeiter Berlin, Sonderpreis (Preis des Vorsitzenden des Bundesvorstandes des FDGB) beim 20. Zentralen DDR-Leistungsvergleich für Amateurfilme Wernigerode 1988; Teilnahme UNICA-Festival 1989 Baden-Baden
Wer mehr über den Amateurfilm in der DDR wissen möchte, dem kann ich nur empfehlen, dieses Buch zu kaufen.
Die Veranstaltung war ausverkauft. Einige Besucher mussten sogar abgewiesen werden.
FilmDokument ist eine Veranstaltungsreihe von CineGraph Babelsberg, dem Zeughauskino und dem Kino Arsenal Berlin / Dank an Rainer Hässelbarth / Redaktion des Programmblattes: Ralf Forster / www.filmblatt.de
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