Es wurde aber auch Zeit …
Es ist lange
her, dass man sich im Landesverband Berlin/Brandenburg zu einer Filmwerkstatt für
Juroren und Autoren traf. Dank Manfred Hennigs Initiative von den Videofilmern
Senftenberg wurde Rainer Drews, Chef des LV Nord, gewonnen. Er stand am 20.
Oktober 2018 vor 18 Interessierten im Berliner Theater am Park. Alle harrten
gespannt der Dinge, um dann am Abend sehr zufrieden ihre teilweise langen
Heimwege anzutreten.
Schon beim
intensiven Notieren der theoretischen Ansätze und praktischen Erfahrungen des
Seminarleiters zeigte es sich, dass es sich für die Teilnehmer lohnte,
Wissenswertes festzuhalten. Der mit Filmbeispielen vorgestellte Wertungsbogen
hilft nicht nur Juroren beim gründlichen Entscheiden. Jeder Autor selbst hat
die Möglichkeit, damit die Filme anderer für die eigene Arbeit zu analysieren
bzw. bei selbstkritischem Wollen auch die Reserven der eigenen Filme
aufzudecken.
Wie
schwierig es ist, vor Publikum die eigene Filmanalyse vorzustellen, zeigte sich
beim praktischen Versuch. Eine von den Teilnehmern gebildete Jury musste
erkennen, dass das „Beurteilen-Besprechen-Bewerten“ eines Filmes keine leichte
Sache ist. Auch hier macht die Übung den Meister.
Besonders
bemerkenswert waren die Ausführungen von Rainer Drews zum Thema des
Spannungsfeldes zwischen Autor und Juror. Seinen Vorschlägen für beide Seiten
kann man nur zustimmen: Denkt immer daran, dass wir Spaß an unserem Hobby haben
wollen, dass Kritik nicht auf die Kinnspitze zielen soll, akzeptiert, dass nicht
jeder alle Themen und Gestaltungsweisen mag, dass man auch die eigenen Filme
einer besonders kritischen Betrachtung unterwerfen muss.
Mit dem
Nordlicht Rainer Drews standen wir einen Sonnabend lang nicht im Finstern.
Dafür sei ihm herzlich gedankt. Anderen Filmklubs sei sein Können ausdrücklich
empfohlen.
Frank
Dietrich



