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Freitag, 1. Mai 2026

Drei anonyme Filmemacher reisen zum Bundesfilmfestival nach Castrop-Rauxel

Drei anonyme Filmemacher reisen zum Bundesfilmfestival nach Castrop-Rauxel

Drei Einzelmitglieder des BDFA, Sigrid Tzschichhold, Klaus Schlemmel und Dietmar Schürtz, waren mit ihren Filmen „…und Bitte“, „Museumspark- Rüdersdorf“ und „Bis ans Ende der Welt“ beim Landesfilmfestival Berlin/Brandenburg erfolgreich gestartet. Die Jury hatte sie mit 2. und 3. Plätzen ausgelobt. Es gab eine Weitermeldung zur Ostinale, einem Wettbewerb, auf dem Filme aus der Region Ost sich nach der Entscheidung der Jury  zu einem Bundesfilmfestival qualifizieren können. Also die nächsthöhere Veranstaltung, das Bundesfilmfestival Doku. Wir waren dabei, wurden positiv mit unseren Filmen bewertet. Diese nächste Veranstaltung, das Bundesfilmfestival Dokfilm war in Castrop-Rauxel. Mit den Gedanken der Wertschätzung für unsere Filme reisten wir drei Filmautoren mit unseren Filmen im geistigen Gepäck an. Die Teilnahme an einem Bundesfilmwettbewerb ist ohnehin schon ein großer Erfolg, denn alle dort gezeigten Beiträge konnten bereits bei anderen Landesfilmwettbewerben der einzelnen Regionen Deutschlands überzeugen und wertgeschätzt werden. 
Als wir in Castrop-Rauxel ankamen und das Hotel aufsuchten, waren wir voller Erwartung, an einem Bundesfilmfestival des BDFA teilzunehmen. Freundlich wurden wir von zwei Damen des Dortmunder Filmklubs begrüßt und bekamen unsere Autoren-Umhänger. Der Weg zum Veranstaltungssaal war eine steile nicht enden wollende Treppe. War das schon die Treppe zum Erfolg? Für gehbehinderte Personen eine Herausforderung. Oben angekommen, war es doch sehr anonym und gediegen. Wir wussten nicht so recht, sind wir hier richtig? Denn plötzlich nannte sich das Festival „Kurzfilmfestival“ was uns verwunderte. Nach einer Nachfrage, ob es hier richtig sei, denn wir waren immer noch auf „Bundesfilmfestival/Wettbewerb“ eingestimmt, sagte man uns von einem Klubmitglied des Dortmunder Filmklubs, wir nennen das immer so. Mit dem Namen Bundesfilmfestival kann hier keiner etwas anfangen und es werden ja auch nur Kurzfilme gezeigt. 

500 min. Filmprogramm voller Kreativität an zwei Tagen warteten auf uns und wurden auch in einer guten Vorführqualität gezeigt. 

Etwas anonym wurden die einzelnen Filmblöcke abgespielt. Es wurden keine Autoren vorgestellt, wenigstens mal abgefragt – ist der Autor anwesend? 

Also blieben wir ein „Anonymus“ im Gewimmel der Zuschauer. Schade.

Filme zu gestalten ist für viele von uns weit mehr als ein Hobby – es ist Leidenschaft. Und ebenso intensiv ist auch das gemeinsame Erleben im Kinosaal. Film soll verbinden, hier und da mal ein kurzes Gespräch, aber die Zeit war auch kurz. Einige Filmfreunde kannten wir von anderen Festivals. Zum Glück hatten wir Gesprächsstoff zum gemeinsamen Abschlussabend. Ach, ihr seid Berliner – Ost oder West, aber das war für uns nebensächlich. Hektisch wurde gegessen, das Geschirr abgeräumt, abkassiert und der Bon vom Kellner zerknüllt und eingesteckt. Also keine Kontrolle über das am Abend bestellte. 

Die Jurygespräche zu den einzelnen Filmen waren subjektiv. Jeder in der Jury bewertet die Filme wie er sie gesehen hat, wie sie auf ihn gewirkt haben und was ihn begeistert oder nicht angesprochen hat. Das kennen wir ja von anderen Jurys. Schade, dass unsere Filme gar keinen Juror erwärmen oder begeistern konnten. Waren wir wirklich nur ein „Anonymus“ des Kurzfilmfestivals in Castrop-Rauxel? 
Lange haben wir auf der Heimreise nach Berlin über das Kurzfilmfestival / Bundesfilmfestival gesprochen. 

Ein Blick auf unsere Teilnehmerurkunden gab uns Kraft für einen Neuanfang mit unserem Hobby Film.

Dietmar (Diddi) Schürtz 

 

 PS: Betreff Dietmar Schürtz und den Artikel in "Film & Video"
„Kein Wort – und doch ein Kapitel“                                                    
Kurzfilmwettbewerb (24.–26.04.) – ein schönes Wiedersehen. Man kennt sich, man umarmt sich, alles herzlich wie immer.
Sigrid Tzschichhold zeigte einen Beitrag von Diddi Schürtz – mit dem Titel: „Und .. bitte“.
Und da kam mir – ganz ohne Ironie – ein Gedanke: 60 Jahre Filmemachen sind keine Fußnote. Das ist ein ganzes Kapitel. Eigentlich sogar mehrere.
Dass dazu kein Wort fiel, war … sagen wir: eine verpasste Szene. Vielleicht ein kleiner Schnittfehler im Ablauf – oder der Regisseur hatte gerade Kaffeepause. 😉


Als Sportler weiß ich: Anerkennung kostet nichts, wirkt aber Wunder. Oder im Bild gesprochen – sie ist das Luftkissen, das selbst harte Landungen deutlich angenehmer macht.
In diesem Sinne: Applaus darf ruhig auch mal ungeplant einsetzen. Der Moment hätte es verdient. 👏

Klaus Schlemmel


Mittwoch, 8. Oktober 2025

DAFF 2025 Ergebnisse aus BB-Sicht

83. Deutsche Filmfestspiele des BDFA in Harsefeld vom 02. bis 05.Oktober 2025



           Foto: Hans-Werner Kreidner


Wir, der Landesverband Berlin / Brandenburg, hatten gleich 7 Produktionen im Programm, 

drei Dokumentarfilme und vier Minutenfilme. 

Voller Spannung sind wir, Dietmar Schürtz, Sigrid Tzschichhold, Uschi Wicke, Hanni Weydig, Inga Winterfeld von Berlin und Manfred Hennig, Michael Franke und Frank Dietrich von Senftenberg angereist. Was wird uns in Harsefeld erwarten? 

Auf jeden Fall sind wir von einem besonderen Team des BDFA unter der Leitung von Rainer Drews und dem Hotel - Kino Meyer freundlich empfangen worden. 

Der Präsident des BDFA Marcus Siebler hat die Festspiele würdevoll eröffnet. 

Die Filmprogramme waren von höchster Qualität und einer breiten, beeindruckenden filmischen Schaffenskraft. Wir sahen Geschichten über Iris, die an den Rollstuhl gefesselt ist, 

wir begleiteten Lilly auf ihrem Weg zur Selbstbestimmung in der Liebe. Wir entdeckten geheimnisvolle Plätze in der Natur und andere Welten und nicht zuletzt eine historische Brikettfabrik namens Louise. 

Wir hatten die Gelegenheit, mit vielen Filmschaffenden des BDFA ins Gespräch zu kommen, über Filme zu reden und was uns wichtig erschien, wie können wir den BDFA weiter am Leben erhalten? Wo sonst haben wir „Hobbyfilmer“ eine Chance, unsere Filme zu zeigen? 

Immerhin war in Harsefeld das Kino täglich voll besetzt mit Filminteressenten. 

Die Jury machte eine sehr gute Arbeit, interessiert, kompetent und aussagekräftig. 
Dafür ein großes „Dankeschön“. 

Zum Schluss haben wir es gerockt. Voller Freude und Stolz konnten wir unter anderen die höchste Auszeichnung, den Obelisken mit nach Hause nehmen. Das heißt, 

Manfred Hennig mit seinem Film 
       "Glück auf, Louise" 

und Dietmar Schürtz mit seinem Film 
    „Wenn die Liebe stärker ist…“ 

      Herzlichen Glückwunsch! 

Auch beim Minutenwettbewerb hatte der Film "Angeklagt" von Manfred Hennig vom Publikum die meisten Stimmen erhalten und war somit der Sieger. 

Das ist ein großer Erfolg für die Region Berlin/Brandenburg. 

Freuen wir uns weiter auf das nächste Festival, das Landesfilmfestival am 1.November 2025 im KINO TONI.

Diddi

Sonntag, 9. Februar 2025

Bericht über die Jahreshauptversammlung des Video- und Filmverbandes Berlin/Brandenburg

Bericht über die Jahreshauptversammlung des Video- und Filmverbandes Berlin/Brandenburg am 25.01.2025.

Zu Beginn begrüßten wir unser neues Mitglied Odysseas Johannes Hlepas. Alle Anwesenden stellten sich reihum kurz mit den Eckdaten ihrer Filmografien vor, damit er einen Überblick bekam.

Dave überreichte sogleich eine Urkunde an Dietmar Schürtz, der sich für 60 Jahre Mitgliedschaft huldigen ließ.

Die Tagesordnung wurde bestätigt, der Vorstand wurde einstimmig ohne Enthaltungen entlastet.

Rainer Hässelbarth hatte den Antrag gestellt, dass der BDFA-Vorstand nach der Bundestagswahl im Februar an die neuen Entscheider in den Kulturministerien herantrete zwecks Mittelbeschaffung für den BDFA. Diesen Antrag leitete Dave an Marcus weiter. Der Landesverband beschloss ihn.

Frank Dietrich informierte auch über die Anfrage des BDFA-Vorstands an uns, eine DAFF auszurichten. Er überschlug die Kosten und den Aufwand für Senftenberg oder Berlin. Die Versammlung diskutierte heftig, kam aber wie üblich zu dem Resultat, dass wir weder das Personal, noch das Budget, noch die Veranstaltungsplanung für die Deutschen Filmfestspiele stemmen können. Dazu ist die Überalterung und Schrumpfung des Verbandes zu weit fortgeschritten. Zudem sind Kinos in Berlin inzwischen viel zu teuer als Anmietungen für viertägige Festivals. In Senftenberg käme man mit den Hotelplätzen im Sommer in Bedrängnis.

Auch in diesem Herbst richtet Diddi Schürtz mit dem FCR das LandesFilmFestival Berlin/Brandenburg am 1. November im Kino Toni aus. Erfreulicherweise verkündete Rainer, dass der Verein der Freunde des Kinos Toni e.V. wieder einen erheblichen finanziellen Betrag für das LFF spenden wird und womöglich weitere Sponsoren wie die Sparkasse erneut gewonnen werden.

Die nächste Verbandstagung findet am 11. Oktober um 13 Uhr im Freizeithaus in Weißensee statt.

RaHa

Mittwoch, 6. November 2024

LandesFilmFestival Berlin / Brandenburg

Diddi Schürtz
Und es war wieder schön, das LandesFilmFestival Berlin / Brandenburg 2024 im Kino Toni. 60 interessierte Besucher konnte ich zählen. 
 
Gleich am Anfang wurde der Wettbewerb mit einem Trailer und einer Grußbotschaft vom Schirmherr Dennis Buchner per Video eröffnet. Dennis Buchner ist der 1. Vorsitzende des Vereins der Freunde des Kino TONI e.V. und Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Danke möchte ich sagen, dem Sponsor unserer Veranstaltung, dem „Verein der Freunde des Kino TONI e.V.“ für die großzügige finanzielle Unterstützung sowie der „Berliner Sparkasse“.


Karl-Heinz Rost (Mitte)

Gern haben wir auch langjährige Mitglieder des BDFA mit Ehrennadeln in Gold für Karl-Heinz Rost und in Silber für Klaus Woinar geehrt. Die Ehrung nahm unser Landesvorsitzender und Präsident des Video- und Filmverbandes Berlin / Brandenburg, Dave Lojek, vor.

Klaus Woinar (Mitte)
Damit das Festival reibungslos in Bild und Ton über die Bühne ging, haben Dietmar Schürtz (Organisator) und das Team vom Film-Club-Reinickendorf und alle unsichtbaren Helfer alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das Festival ein voller Erfolg wurde und das war es auch. 

14 ausgewählte Filme, ob Fiktion oder Dokumentation waren sehenswerte und interessante Produktionen. So wurde es auch von den Besuchern gewertet. Eine von uns erkorene Jury, diesmal wieder in voller Besetzung mit Renate Korte, Renate Epperlein, Thomas Schauer, Sebastian Bräuniger, Burkhard Schmidtke und Juryleiter Adalbert Becker bewertete die Produktionen fachgerecht und kompetent. Die Filmbesprechung war offen und hilfreich für die Autoren.

So ergaben sich zwei 1. Plätze im Genre Dokumentation für den „Wenn die Liebe stärker ist…“ von Dietmar Schürtz, ein Porträt einer lesbischen Tänzerin über ihr Coming-Out und ihr dazugehöriges Bauchgefühl. 

Der weitere 1. Platz ging an den „Glück auf, Luise“ von Manfred Hennig. Diese Archivrecherche erzählt von der noch existierenden ältesten Brikettfabrik weltweit. 

Die Jury

Einen 2. Platz bekam „Abhängig“ von Odysseas Johannes Hlepas. Kassandra wird von einer KI in ihrem Smartphone begleitet, die Ihre Nachrichten manipuliert. Das Telefon textet eifersüchtig.
 

Unser neuestes Mitglied Odysseas nahm insgesamt die meisten Trophäen mit heim. Beste Montage für BIAS, Bester Spielfilm für ABHÄNGIG, Beste Cinematografie für TRAUERSPUREN (von Dave Lojek), zweimal 2. Jurypreis, zwei Weitermeldungen zum BFF Fiction via Ostinale.

Präsident und Regisseur Dave mit Odysseas Johannes Hlepas (rechts)

Es gab noch weitere erwähnenswerte Arbeiten wie „Das war ja die Höhe mit den Gipfeln“ von Frank Dietrich, „Nordland-Legenden“ von Klaus Schlemmel oder „Emma in der Spiegelwelt“ von einer Schülergruppe mit Helene Radam, Sarah Bremer und Mara Lanzke. 

Das Melodrama „Trauerspuren“ um einen Haustierverlust von Dave Lojek gewann den Preis für die Beste Cinematografie, den 3. Jurypreis und eine weiterleitung ans BFF Fiktion via Ostinale. „Um die Ecke denken“ von Klaus Woinar bebildert die Frustration an Paketabholautomaten. 


In drei Filmblöcken waren weitere interessante Filme auf der großen Leinwand zu sehen. Das alles konnte man auch noch in einem sehr gut gestalteten und übersichtlichen Programmheft verfolgen.

Moderatorin Angela Jehring führte beschwingt durch den Tag.
Blumen für die Damen (Renate Epperlein, Angela Jehring, Renate Korte)

Bewusst arbeiten die Regisseure dieses Verbandes ohne staatliche Zensur, Fernsehredakteure oder finanzielle Filmförderung, damit sie künstlerisch und inhaltlich ihre eigenen Produktionen steuern können. Die Resultate sind explizit nicht zum Verkauf gedacht, sondern zur Erbauung, Unterhaltung, Information und Überraschung. Seltenes und Obskures kommt zum Vorschein.

Ein großer Dank geht auch an das Team des Kino TONI unter der Leitung von Iris Praefke. Wie all die letzten Jahre gab es eine sehr gute Zusammenarbeit, um auch den Besuchern einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. 

Regisseur, Produzent, Präsident, Verleiher, Kinoit... Dave Lojek sammelt Titel und Preise

Viele interessante Gespräche gab es in den Pausen zu den Werken, zur Weiterführung des Festivals und auch zur Existenz des Landesverbandes.

Wir werden nicht jünger, der Nachwuchs fehlt. Aber eines konnte ich im Saal des Kinos schon versprechen: Wir sehen uns am 1. November 2025 um 10 Uhr im Kino TONI mit interessanten und sehenswerten Kurzfilmen wieder.

Fotos: Klaus Schlemmel, Andreas Hagemoser

DS