Nachdem nun die „Eule“ nach 40 (!!!) Jahren Lebewohl sagt, kommt eine weitere Hiobsbotschaft hinzu.
Vor mehr als 20 Jahre hatte der Nordberliner Video-Club NVC die Idee, einen Videoclip-Wettbewerb ins Leben zu rufen. Wie formulierte der „Tagesspiegel“ 1999: Um den Wanderpreis "Die goldene Kopftrommel" geht es beim "Ersten Deutschen Videoclip-Wettbewerb". Er wird bereits zum achten Mal vom Nordberliner Videoclub ausgerichtet. Die internationale Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der "Union Internationale du Cinema non professionel" richtet sich besonders an junge Autoren und Schulen.
Der Nordberliner Video-Club veranstaltet seinen 16. Video-Clip-Wettbewerb am 27. Oktober 2007 in Berlin-Frohnau, Staehleweg 46, Festsaal der Hubertusklause.
2007 konnte der Trailer noch stolz behaupten: Ein BDFA-Sonder-Wettbewerb unter dem Patronat der UNICA. Auch das Logo des Verbandes war noch anders.
Ende des Jahres 2008 erklärten die „Nordberliner“, dass sie diesen Wettbewerb nicht mehr stemmen können. Doch es fand sich ein Nachfolger: Mit viel Respekt für die kleine Mannschaft, die über viele Jahre den nichtkommerziellen Filmemachern eine Plattform für Videoclips bot, hatte die FiViA im Jahr 2009 die Ausrichtung des Musik-Videoclip-Wettbewerbs in Berlin übernommen.
Auch dieses Haus hat eine spannende Geschichte. 26. Juni
1991: An diesem Tage haben sieben Enthusiasten den gemeinnützigen Verein
Theater am Park e. V. gegründet. In Verhandlungen mit der Bundeswehr ist es
ihnen gelungen, die Nutzung des Hauses im Frankenholzer Weg 4 als öffentliche
Kultureinrichtung vertraglich zu vereinbaren.
Im Januar 1992 gingen die ersten Veranstaltungen über die Bühne.
Doch zurück zum Clipwettbewerb. Als Festivaldirektor fungierte Dietmar „Diddi“ Schürtz mit der Mannschaft der FiViA Berlin. Und nun der 25. und letzte. Es ist kein Sonderwettbewerb des Bundesverbandes Deutscher Filmautoren e.V. mehr. Auch der Bezirk stellte seine Förderung ein. Wie sagte Diddi: „Die Gewinnung von Sponsoren ist in unserer Stadt, wo es nur so wimmelt von Kulturveranstaltungen aller Art, immer schwieriger geworden und hinzukommt, dass sich der BDFA auch von diesem unserem Sonderwettbewerb verabschiedet hat. Es waren angenehme Stunden, liebevoll gemachte Musik- Videos und immer eine herzliche Atmosphäre.“
Jeder der selbst einen Wettbewerb organisiert hat, weiß wieviel Arbeit im Hintergrund geleistet werden muss. Und ein bisschen Geld muss man nun mal in die Hand nehmen können. Bei dieser nun letzten Veranstaltung haben sich die Macher besonders viel Mühe gegeben. Eine Ausstellung mit alten Kameras, Projektoren, Bildbearbeitungsgeräten etc. wurde aufgebaut. Viele der Teilnehmer standen davor und begannen den Satz mit „Weißt du noch…?“ Begonnen mit dem Normal-8-Format, weiter zu Super-8. Die Betriebsfilmstudios in der DDR filmten auf 16-mm und nutzen die AK oder Pentaflex 16. Eine unverwüstliche Kamera. Später kam aus der damaligen Sowjetunion noch die Krasnogorsk hinzu, naja, manche behaupteten, diese Kamera war aus einem Stück gefeilt.
Die ersten Anfänge von Video mit Video 2000,
welches, obwohl das bessere System, sich nicht gegen das VHS-System durchsetzen
konnte. Es war sehr viel Nostalgie dabei.
Heute bieten Kameras eine Bildqualität, die verblüffend ist.
Was gibt es noch zu sagen? Eigentlich nichts. Wieder geht ein Festival „den
Bach runter“. Doch - etwas muss gesagt werden. Danke an Diddi, Danke an die
Mannschaft, die uns die vielen guten, sehr guten Filme zeigen konnte. Danke an
alle Helfer. Es waren angenehme Stunden.
RaHa