Sonntag, 10. August 2014

… Und sie bewegt sich doch…!


Diesen Satz soll Galileo Galilei gemurmelt haben. Was aber nie bewiesen wurde. Sei es drum.

Die „Querdenker“ im Bundesverband Deutscher Filmautoren haben wieder zugeschlagen. Und ein hervorragendes Positionspapier mit auf dem Weg gegeben.
aus Querdenker
Unsere Filmfestivals sind das wichtigste, nach außen hin wahrgenommene Aushängeschild des BDFA…, aber sie sind nicht „cool“. Und sind meist schlecht besucht. 
Kunststück: Wer von der Rentnergeneration kann es sich leisten, 2 oder 3 BFFs zu besuchen? Und dazu noch eine Reihe von Filmen zu sehen, die alles andere als ein Höhepunkt sind? Zusatzargument: Und dann noch am gleichem Wochenende!
  • Ergebnis: Verringerung der thematisch gleichen BFFs!

Folgende sollten „übrig“ bleiben:

  • BFF FICTION / EXPERIMENTAL & ANIMATION
  • BFF DOC
  • BFF REPORT

Beweis: Wo liefe mein Kurzfilm bei den Oscars? 

  • Best Documentary Short Subject 
  • Best Short Film (Live Action) 
  • Best Short Film (Animated)
JEDER FILM, AUCH IM BDFA, PASST ZUMINDEST IN EINE DIESER KATEGORIEN!
Und wenn man nicht unbedingt den „Oscar“ als Vergleich nimmt, auch international ist diese Kategorisierung üblich.
  

Was spricht dafür?
  • Weniger BFFs = weniger Filme insgesamt - Qualitätssteigerung der gezeigten Beiträge und damit der Festivals
  • Weniger BFFs = bessere Zuschauerkonzentration - Steigerung der Besucherzahlen von BDFA-Mitgliedern u. a.
  • Weniger BFFs = geringerer finanzieller Aufwand u. a. - Effektive Bündelung der Mittel oder Ausgabenentlastung
Was spricht dagegen?
  • Filmüberschuss in der Übergangszeit

Folgende Lösung schlägt die Gruppe der „Querdenker“ vor:

Vorgehen I:

·        Effektiveres „Sieben“ der Filme

·        Wiedereinführung oder Ausbau der Regionalfilmfestivals (RFFs)


(Eigener Kommentar:) Das letztgenannte Mittel wird ein Problem für kleine Landesverbände, denn sowohl der LV Mecklenburg/Vorpommern als auch der von Sachsen sind ja alles andere als mit großen Mitgliederzahlen sprich Regionen vertreten. Das ist in den alten Bundesländern anders. Auch für Berlin/Brandenburg gäbe das keinen Sinn.
Nun will der Verfasser dieser Zeilen das nicht sofort ablehnen, jedoch sollte der Vorstand des Landesverband Berlin/Brandenburg hier sich ernsthaft Gedanken machen, wie das Prozedere aussehen könnte. Vom Grunde ja nur über eine strengere Regulierung der Weitermeldungen.


Vorgehen II:
Ein Landesfilmfestival je Landesverband als zentraler Abholpunkt für die BFFs als Ideal. Dringende, dahingehende Empfehlung an die Landesverbände:
Filme werden von Landesfilmfestivals nicht mehr garantiert weitergemeldet, sondern nominiert.
Bisherige Praxis der Weitermeldungen entfällt.
Na ja, auch hier wage ich zu widersprechen. Wir haben mit dem Kino TONI eine wunderbare Spielstätte gefunden, die allen Ansprüchen an einen Landeswettbewerb erfüllt. Trotzdem ist die zeitliche Einschränkung, die mit der Geschäftsführung des Kinos vereinbart wurde, somit ein Problem. Übers Jahr gesehen werden in Berlin/Brandenburg etwa 50 Filme zum Landesfilmfestival delegiert. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 10 Minuten je Film käme man auf 500 Minuten = 8,5 Stunden netto. Nicht machbar.
Wir sollten bei 2 Landesfilmfestivals bleiben, zumal der Kontakt untereinander sich ja im Wesentlichen auf die Landesfilmfestivals reduziert.
Eine „Vorjury“ davor zu schalten, halte ich für problematisch, schon aus dem Grund der „Unabhängigkeit der Mitwirkenden“. Hört sich vielleicht nicht so toll an, wird aber dann mit Sicherheit auftauchen. Unabhängige Vor-Juroren zu finden, beispielsweise aus anderen Landesverbänden, wäre zwar möglich, ist jedoch bei uns eine Kostenfrage. Gleiches gilt ja für Profis.
Vorgehen III:
Sichtungs- und Auswahlgremium der BFFs
Die Gremien sichten die Nominierungen und entscheiden endgültig über die Aufnahme in die Festivalprogramme der BFFs. Das Einspruchsgremium entfällt.

Das könnte zu mindestens für eine Übergangszeit die effektive Lösung sein. Ich war selbst beim Bundesfilmfestival „Doku“ in Bad Liebenstein. War alles dufte, alles prima. Nur 58 Filme zu beurteilen und zu bewerten, das war Horror! Am Freitag ging es bis Mitternacht! Mit Verlaub! In meinem Alter lässt dann irgendwann die Aufmerksamkeitsbereitschaft nach und man wird unfair gegenüber den Autoren. Das sollte, nein, das muss verhindert werden.

Querdenker:
Teils unattraktive BFF-Veranstaltungsorte / Häufige Pannen bei Durchführung


Vorgehen:

  • Einrichtung eines Festivalkompetenzteams - Steht den Ausrichtern beratend und unterstützend zur Seite
  • Vermeidung der immer gleichen Kernprobleme wie Projektionspannen oder Schwierigkeiten beim technischen Ablauf etc.
  • Achtung auf attraktive Veranstaltungsorte etc.
Auch im Landesverband Berlin/Brandenburg sollte darüber nachgedacht werden. Beispiel: der ars cinema berlin e.V. hat in Zusammenarbeit mit dem Verein Freunde 'Kino TONI' e.V. mehrere Landesfilmfestivals ausgerichtet. Für die Tontechnik musste „Fremdleistung“ gebunden werden, denn wir haben weder personell noch technisch die Möglichkeiten, die Dietmar Schürtz bieten konnte. Gleiches wurde ja auch bei anderen Ausrichtern festgestellt. Im TONI wird mit DLP-Projektoren der jeweilige Film vorgeführt.
Der Einsatz von DVD-Medien ist problematisch, Bandgeräte sind auf Grund der Garantiebestimmungen ausgeschlossen.
Auch für die Moderation wurde „Fremdleistung“ gebunden. Und welch ein Glück, dass Dank des Vorsitzenden hier Angela Jehring uns bekannt wurde.
Und es sollte ein einheitliches Erscheinungsbild gefunden werden. Wir können in Berlin, das täglich 1.500 Veranstaltungen bietet, soviel Werbung machen wie wir wollen (außerdem haben wir die Kohle dafür nicht!!!). Die beste Werbung ist die vom „Hören-Sagen“. Wenn Leute fragen, wann die nächste Veranstaltung wäre, dann hat diese auch sein „Außen-Ziel“ erreicht.
Hierzu gehören neben einem anspruchsvollen Plakat auch ein gutgemachtes Programmheft, ein perfekter Ablauf unseres Landesfilmfestivals und vieles mehr.

Letzter Punkt der „Querdenker“
Problem: Zu komplizierte und für Neumitglieder sowie Interessierte nur schwer verständliche „Wettbewerbs- und Jurybestimmungen“ bzw. Gesamtstruktur der Festivals.

Vorgehen I:
Vereinfachung und Verschlankung der bisherigen Bestimmungen
Vermeidung von Irritationen und Steigerung der Filmeinreichungen zu den Festivals insgesamt.
Gegebenenfalls eine „abgespeckte“, einfacher zu lesende Version, mit Verweis auf die vollständigen Bestimmungen.

Vorgehen II:
Einreichformular als „Flyer“ in den „Filmtest“ für potenzielle Neumitglieder
Vermeidung von Irritationen und Steigerung der Filmeinreichungen zu den Festivals insgesamt.
Brechen von Hemmnissen und Berührungsangst!
Filme werden mit Formular direkt und kostenlos in einen zentralen BDFA- Filmtest eingereicht und nach erfolgreicher Annahme auf ein in Frage kommendes RFF (Regional-Film-Festival) weitergemeldet. Mitteilung an den Autor, dass sein Film nach Eintritt in den Verband etc. für ein Landesfilmfestival gemeldet werden kann.
Ganz einfache Schlussfolgerung: Die jetzigen Bestimmungen sind Verhinderungsaspekte für zu gewinnende Mitglieder. Hier sollte dringend etwas verändert werden.
Weiterhin sollte ein „On-Line“-Einreichung möglich sein. Viele nationale und auch internationale Wettbewerbe nehmen On-Line-Anmeldungen entgegen, sei es über Vimeo, DropBox oder WeTransfer. Das ist die Ebene gerade von jüngeren Filmemachern. Es muss kein Film auf eine DVD gebrannt werden (läuft u.U. auch nicht). Es entfällt der Postversand (keine Gebühren, keine Wege).
Mit dem „On-Line-Filmmeldebogen“ wurde ja ein Anfang gemacht, also konsequent weiter!

Problem:

Medaillen- und Preisinflation

Radikale Reduzierung der Medaillen / Preise
Deutliche Aufwertung der Medaillen. Vermeidung von Diskreditierung der Autoren mit Teilnahmeurkunden, die meist in der Minderheit sind.„Lobende Erwähnungen“ sollen von den Jurys wieder vermehrt vergeben werden. Filme werden weiterhin durch ein Auswahlgremium zu den DAFF weitergemeldet.Eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille je Bundesfilmfestival
oder
Eine Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen je Bundesfilmfestival
Schwer vorstellbar? Eine begrenzte Anzahl von Filmpreisen gibt es u. a. auch auf anderen Festivals des BDFA/LFVB.
Hier wäre ich für letzteres, wenn die „Lobende Erwähnung“ eingeführt werden sollte. Weiterhin sollte die Möglichkeit von Sonderpreisen geprüft werden, wie „Sonderpreis der Jury für Kamera“ o.ä. Das muss ja nicht mit Geld bzw. Medaillen verbunden sein, denn eine gut gemachte Urkunde würde es auch tun.


Einführung eines S-Film-Preises oder -Medaille je BFF
Vermeidung von Unmut unter BDFA-Mitgliedern. Der Preis kann, muss aber nicht vergeben werden
Dem ist nichts hinzuzufügen!!!

Und zu guter Letzt:
Unsere Deutschen Filmfestspiele (DAFF)
Verschlankung! Reduzierung auf insgesamt drei Tage! Anreise Donnerstag - Preisverleihung Samstagabend
Verlegung mehrere Filmblöcke in den Abend Ausflüge etc. entfallen
Kompetenzteam soll Ausrichtern beratend und unterstützend zur Seite stehen

Ziel:
Reduzierung von Kosten und Aufwand für Gäste, Ausrichter und BDFA-Funktionäre

  • Der Abend ist Kino- und Veranstaltungszeit! Reduzierung von Kosten und Aufwand für den Ausrichter
  • Vermeidung der immer gleichen Kernprobleme wie Projektionspannen und technische Abläufe etc.
  • Das neue DAFF-Kontingent besteht aus einem Drittel der drei neuen BFFs
  • Der Preisverleihung soll nach wie vor ein Fest- oder Galaabend folgen
  • Die Abreise kann noch am Samstagabend oder am Sonntag erfolgen 

Ja, das ist leider wahr! Es ist Fünf vor Zwölf! Die Situation ist ernst! Reformen sind keine Aktion, sie sind Reaktion!
Nur, wenn alle mitmachen…




RaHa

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