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Montag, 18. Februar 2019

11. Senftenberger Kurzfilmtage - Ostinale


Alles ist neu – Alles ist anders
So lautete das Motto der diesjährigen 11. Senftenberger Kurzfilmtage am 15. und 16. Februar 2019.
Ein ganzes Jahr freue ich mich auf interessante Filme zu einem Thema, für deren Besten es die Lausitzer Findlinge in Bronze, Gold und Silber sowie den Preis des Bürgermeisters gibt. Aber auch auf die kulturellen Highlights und Neues für mich aus der Region am Sonntag bei der Preisverleihung an einem vorher geheimen Ort.
Doch das gab es in diesem Jahr laut Programm nicht.
Neu war auch der Festivalleiter Udo Heuberger. Michael Franke, der uns  jahrelang charmant durch die Tage führte, hat sein Amt weitergereicht, und der Neue hat sein Debüt mit Lockerheit bestanden.
Doch traditionell begrüßten der Bürgermeister und der Intendant der neuen Bühne die Filmergemeinde aus nah und fern.
Bürgermeister Andreas Fredrich dankte dem Theater, weil es seit vielen Jahren als Veranstaltungsort die Organisatoren der Videofilmer Senftenberg unterstützt, und wünschte interessante Filme und Gespräche sowie schöne Stunden in der Stadt.
Der Intendant  Manuel Soubeyrand betonte, dass er sich freut über die gemeinschaftliche Kooperation mit dem Filmclub, denn Kunst und Kultur sind sehr wichtig, und die neue Bühne ist mehr als ein  Theater, sie ist ein sozio-kulturelles Zentrum für die Stadt. In seinem  Grußwort betonte er auch, es ist ein Glück, in einer Rechtsordnung zu leben, wo die Freiheit des Einen mit der Freiheit des Anderen in Einklang gebracht werden kann.
Die Filmveranstaltung begann mit einem kurzen Rückblick auf die 10. Kurzfilmtage 2018 von Andreas Ristau. Vielen Dank dafür.
Für den  26. Deutschen Minutenwettbewerb gab es auch einen Führungswechsel.


Alexander Haase, unterstützt von Michael Franke, erklärte neuen Teilnehmern das Procedere für den 1. Teil, den Vorausscheid, wo alle eingereichten Filme gezeigt und  mit Punkten bewertet werden, damit die 16 Finalisten ausgewählt werden können.
Leider wurden für dieses Jahr nur 21 Filme von 16 Autoren eingereicht. Das hatte -wie eine Medaille - auch zwei Seiten.  Vor- und Nachteile. Für die Autoren die größere Chance in das Finale zu kommen  und  für die Punkte- Auswerter weniger Arbeit. Jedoch für die Zuschauer zum einen weniger Themenvielfalt und zum anderen geringere Auswahlmöglichkeiten auch an Qualität, was man mitunter am sehr spärlichen Beifall merkte.
Doch ich staunte wieder, was mir die Autoren in einer Minute alles  erzählten wollten.
Kleine und auch größere Inhalte, wenn man etwas länger nachdachte.
In dem bunten Programm erlebte ich den Künstler Natur, menschliche Schwächen und Unarten sowie die Rache einer Hausfrau.  Mir wurde eine illustre Hochzeitsgesellschaft gezeigt, und ich wurde sogar nach New York, Sardinien, auf die griechische Insel Santorin und einen Weihnachtsmarkt entführt. Auch über schlaue Tiere, ihre Besitzer, „Extrem“sportler und Fussballfans konnte ich lachen.
Besonders hervorgehoben wurde, dass auch der inzwischen 90jährige Heino Rocker aus Wiesmoor wieder mit einem eigenen Film nach Senftenberg kam.
Doch nun zu den Ergebnissen.
Das Publikum vergab wie immer seine Stimme für die Medaillengewinner:
Mit  nur vier Stimmen mehr erhielt
Gold: "O Tannenbaum" von Frank Dietrich Kleinkoschen
Silber: "Waschtag" von Manfred Hennig, Bad Liebenwerda      
Bronze: "In der ersten Reihe" von Heino Rocker, Wiesmoor
"Fotoshooting" von Frank Lauter, Schwäbisch Hall
Für den Kunstpreis wurden fünf Beiträge nominiert:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg
Die Performance von Volker Krieger, Dortmund
Der Hemdentrainer von Volker Krieger, Dortmund
New York in 60 Sekunden von Udo Heuberger, Kleinkoschen
No comment von Bernhard Zimmermann, Düsseldorf
Den Kunstpreis erhielt:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg

Als Teilnehmer an der DAFF in Wiesbaden vom  20. bis 23. Juni 2019 können sich  mit den Medaillengewinnern noch freuen:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg,
Farbenspiel von Manfred Hennig, Bad Liebenwerda und Frank Dietrich, Kleinkoschen
New York in 60 Sekunden von Udo Heuberger, Kleinkoschen
teamplayer von Ulf Kalkschmidt, Nübbel

Für den nächsten Deutschen Minutenwettbewerb rufe ich die Filmer des Landes auf, mit Ideen und Beiträgen nicht zu sparen und an dieser Veranstaltung teilzunehmen.
Dass einige Teilnehmer das Ausfallen der Sonntagvormittags – den Höhepunkt der Kurzfilmtage – sehr bedauerten, brachte dem bisherigen Festivalleiter schlaflose Stunden. So verkündete er als Überraschung für die Interessierten eine Fahrt ins Blaue. Und die ist
auch gelungen. Wir besuchten sechs Punkte im Lausitzer Seenland. So stiegen wir 173 Stufen hoch auf die Landmarke bzw. laut Volksmund den“ rostigen Nagel“ und hatten eine tolle Aussicht auf die schöne Landschaft, die aus dem ehemaligen Tagebau entstanden ist. Wir besuchten Verbindungskanäle zu den einzelnen Seen und sogar einen Leuchtturm, in dem man auch schlafen kann. Und es gab auch das traditionelle Glas Sekt zum Abschluss. Dafür Michael Franke unser allerherzlichster Dank. Die nicht mit waren,  haben etwas verpasst.
Abschließend möchte ich noch eine sehr wichtige Sache nennen, ohne die so eine Veranstaltung nicht durchgeführt werden kann und die ich in den Jahren meiner Berichterstattung vernachlässigt habe: Die Gestaltung des Programmheftes, der Flyer und der PowerPoint Präsentation. Ich fand sie auch in diesem Jahr wieder sehr gelungen. Dafür ein großes Dankeschön an den Macher Matthias Schulz  von den Videofilmern Senftenberg.
Der Dank geht auch an das ganze Team des Filmclubs, ohne das ein Gelingen nicht möglich ist.
Auf die nächsten Senftenberger Kurzfilmtage freut sich

Uschi Wicke, ars cinema berlin

Ergebnisse der 1. Ostinale
Weitermeldungen zu den Bundesfilmfestivals des BDFA

Dokumentarischer Film:
Thüringen
Ein schöpferisches Leben mit Keramik von Erhard Schorcht und
AIDA - open stream von Tin Brendel,
Bahn-Sozialwerk
ganz weit draußen von Franz Josef Berse,
Der Meister der Uhr von Hellmuth Koll
Nachts wenn alles schläft von Bernd Neu
Meckl.-Vorpommern
Verwirklichte Träume von Bärbel Dudeck
Sachsen
abgefahren und abgehängt von Rainer Schubert
Vaterland von Torsten Gerstmann
Patriot oder Verräter? von Steffen Grundmeier
Berlin/Brandenburg
Segen oder Fluch? von Manfred Hennig
Auf den Spuren Günter Grass' von Christoph Byczkowski

BFF Natur
Thüringen
Ultima Thule von Wilfried Matz
about seeds von Jan Philip Roza
Bahn-Sozialwerk
Safari in der Serengeti von Hubert Flegel
Meckl.-Vorpommern
Im Jagdrevier der Ringelnatter und Tumult bei den Erdkröten von Reinhard Voss
Frühling von Peter Schmidt

Fiktionalen Film
Thüringen
TRAUMfactory von Anne Rieckhof
Hotel Sehnsucht von Stefan Schmidt
Meckl.-Vorpommern
verschneckt von Josephine Thiesen
Not-Fall von Karsten Kranzusch
Deniz von Stephanie Möller
Hyperventil von Matthias Spehr
Sachsen
Zum Glück faul gewesen von Mimou Kropp
Gravity von Anselm Mende
Berlin/Brandenburg
Stille Post von Pia Schuster
Pornos gibt's im Kiosk von Leonardo Re
Model Rita von Udo Heuberger

Drei weitere Filme sind für einen Reservepool des BFF Fiktionaler Film gemeldet:
Thüringen
Ginger von Markus Stoll
Meckl.-Vorpommern
MoMa Das Morgenmagazin von Matthias Spehr
Berlin/Brandenburg
Spitzel von Dave Lojek

alle Angaben von Jürgen Haase
Fotos Jürgen Haase

Freitag, 2. Februar 2018

Nominierungen


Die neue Wettbewerbsordnung des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren e. V. 

Die Weitermeldung zu den BDFA-Bundesfilmfestivals und Zeitkontingente


Seit dem einstimmigen Beschluss des neuen Wettbewerbsmodells im Juni 2015 haben Ihre Landesverbände bzw. Ihre Wettbewerbsbereiche interne Abläufe und Filmfestivals modifiziert und angepasst. Das Verfahren kann jedoch von Wettbewerbsbereich zu Wettbewerbsbereich abweichen, da es seitens des Bundesverbandes diesbezüglich keine Vorgaben mehr gibt, wie die neuen Wettbewerbsbereiche Filme zu den Bundesfilmfestivals weitermelden. Mit nur einer Einschränkung: Die neuen Zeitkontingente. Jeder der sechs neuen Wettbewerbsbereiche hat folgende zur Verfügung:

100 Minuten für das „Bundesfilmfestival Dorfen – Dokumentarischer Film“
100 Minuten für das „Bundesfilmfestival Dortmund – Dokumentarischer Film“
100 Minuten für das „Bundesfilmfestival Fuldabrück – Dokumentarischer Film“
100 Minuten für das „Bundesfilmfestival Schrobenhausen – Fiktionaler Film“
90 Minuten für das „Bundesfilmfestival Blieskastel – Naturfilm“. 

Dies ergibt je Bundesfilmfestival eine Gesamtprojektionszeit von 600 Minuten, beim Naturfilm sind es 540 Minuten.

Zusätzlich zu den definitiv weitergemeldeten Filmen kann Ihr Wettbewerbsbereich weitere Filme nominieren. Das heißt, sollte ein Bundesfilmfestival nach erfolgter Weitermeldung aller Wettbewerbsbereiche noch freie Projektionszeit zur Verfügung haben (für den Fall, dass es in einem Jahr in einem Bereich fast keine Dokumentarfilme mehr gibt, was aber in der Praxis wahrscheinlich eher die Ausnahme bleiben wird), kann der BFF-Ausrichter aus den zusätzlich nominierten Filmen je nach Prioritätenfestlegung der Wettbewerbsbereiche auf weitere Filme nach eigenem Ermessen zurückgreifen.
(Quelle: BDFA)

Dazu die Stellungnahme von Frank Dietrich/Senftenberg



Nach der Entscheidung des BDFA-Bundesvorstandes, eine der aktuellen Entwicklung angepasste Organisations- und Wettbewerbsstruktur zu etablieren, ist nach einer Zeit des Improvisierens nun eine hohe Stabilität in einer neuen Struktur zu organisieren. 
Im neuen Wettbewerbsbereich Ost, in dem die BDFA-Landesverbände Thüringen, Sachsen, Berlin/Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie das Bahn-Sozialwerk zusammengeschlossen sind, ist zu Beginn eines jeden Jahres eine Auswahl unter Filmen zu treffen, die auf den jeweiligen Landeswettbewerben nominiert wurden. Das sind Filme, die auf Grund ihrer hohen Qualität zu den Bundesfilmfestivals weitergemeldet werden können.
Eigentlich könnten alle, wäre da nicht ein begrenztes Zeitbudget vorgegeben, um die Bundesfilmfestivals nicht aus den Nähten platzen zu lassen.
Für den Wettbewerbsbereich Ost sind das
für Dokus, Reports, Reisefilme usw.                                    300 Minuten Vorführzeit
für Spiel- und Animationsfilme usw. (Fiction)                       100 Minuten
für Naturfilme                                                                         90 Minuten
mit einer zu berücksichtigenden Pausenzeit von 2 Minuten zwischen den Filmen.

Die Nominierungen erfolgten für 2018 zu großzügig. Für die Gruppe Fiction wurden beispielsweise Weitermeldungen zu den Bundesfilmfestivals von über 200 Minuten gewünscht. Nun müssen Wege gefunden werden, eine Auswahl zu organisieren, die solide, transparent, nachvollziehbar und qualitätsgerecht ist.

Wie schafft man das?
Noch sind nicht alle Landeswettbewerbe abgeschlossen. Am 3. März 2018 ist der Frühjahrswettbewerb Berlin/Brandenburg der Schlusspunkt dieser Wettbewerbsebene. Danach sind die Vorsitzenden der Landesverbände Ost und des BSW gefragt, ein Auswahlgremium zu berufen, das die noch in Vorbereitung befindlichen Rang- und Reihenfolgen abgleicht und innerhalb der Zeitkontingente schlüssig aufteilt.

Wer kann das sein?
Entsprechend den Erfahrungen anderer Bundesländer sind von den Landesvorsitzenden, die die Verantwortung tragen, wettbewerbserfahrene Verbandsmitglieder zu berufen, die wenigstens zwei Landeswettbewerbe der laufenden Saison besucht haben und sich ein Bild von den eingereichten Filmen machen können. Ein weiteres Qualitätskriterium für Mitglieder des Auswahlgremiums sind deren Erfahrungen aus Bundesfilmfestivals, sei es als Besucher, als teilnehmende Autoren oder als Juroren.

Wieviel Zeit bleibt?
Das erste Bundesfilmfestival startet am 6. April 2018. Spätestens eine Woche vor Ostern müssen alle Weitermeldungen zu den BFF erfolgt sein. Der bereits vor einem halben Jahr ins Gespräch gebrachte Termin 10. März 2018 für den Schlussstrich unter die Weitermeldungen wäre nach wie vor richtig.
Wie geht es weiter?
Es ist nicht einfach, 6 Organisationseinheiten hier im Osten unter einen Hut zu bringen. Wer kann sich einen Verband BDFA-Ost vorstellen, in dem die jetzigen Landesverbände aufgehen? Oder wenigstens die Einrichtung einer übergeordneten Autorität, um Ordnung und Gerechtigkeit zu wahren?

Frank Dietrich