Alles ist neu – Alles ist anders
So lautete das Motto der diesjährigen 11. Senftenberger
Kurzfilmtage am 15. und 16. Februar 2019.
Ein ganzes Jahr freue ich mich auf interessante Filme zu
einem Thema, für deren Besten es die Lausitzer Findlinge in Bronze, Gold und
Silber sowie den Preis des Bürgermeisters gibt. Aber auch auf die kulturellen
Highlights und Neues für mich aus der Region am Sonntag bei der Preisverleihung
an einem vorher geheimen Ort.
Doch das gab es in diesem Jahr laut Programm nicht.
Neu war auch der Festivalleiter Udo Heuberger. Michael
Franke, der uns jahrelang charmant durch
die Tage führte, hat sein Amt weitergereicht, und der Neue hat sein Debüt mit
Lockerheit bestanden.
Doch traditionell begrüßten der Bürgermeister und der
Intendant der neuen Bühne die Filmergemeinde aus nah und fern.
Bürgermeister Andreas Fredrich dankte dem Theater, weil es
seit vielen Jahren als Veranstaltungsort die Organisatoren der Videofilmer
Senftenberg unterstützt, und wünschte interessante Filme und Gespräche sowie
schöne Stunden in der Stadt.
Der Intendant Manuel
Soubeyrand betonte, dass er sich freut über die gemeinschaftliche Kooperation
mit dem Filmclub, denn Kunst und Kultur sind sehr wichtig, und die neue Bühne
ist mehr als ein Theater, sie ist ein
sozio-kulturelles Zentrum für die Stadt. In seinem Grußwort betonte er auch, es ist ein Glück,
in einer Rechtsordnung zu leben, wo die Freiheit des Einen mit der Freiheit des
Anderen in Einklang gebracht werden kann.
Die Filmveranstaltung begann mit einem kurzen Rückblick auf
die 10. Kurzfilmtage 2018 von Andreas Ristau. Vielen Dank dafür.
Für den 26. Deutschen
Minutenwettbewerb gab es auch einen Führungswechsel.
Alexander Haase, unterstützt von Michael Franke, erklärte
neuen Teilnehmern das Procedere für den 1. Teil, den Vorausscheid, wo alle
eingereichten Filme gezeigt und mit
Punkten bewertet werden, damit die 16 Finalisten ausgewählt werden können.
Leider wurden für dieses Jahr nur 21 Filme von 16 Autoren
eingereicht. Das hatte -wie eine Medaille - auch zwei Seiten. Vor- und Nachteile. Für die Autoren die
größere Chance in das Finale zu kommen
und für die Punkte- Auswerter
weniger Arbeit. Jedoch für die Zuschauer zum einen weniger Themenvielfalt und
zum anderen geringere Auswahlmöglichkeiten auch an Qualität, was man mitunter
am sehr spärlichen Beifall merkte.
Doch ich staunte wieder, was mir die Autoren in einer
Minute alles erzählten wollten.
Kleine und auch größere Inhalte, wenn man etwas länger
nachdachte.
In dem bunten Programm erlebte ich den Künstler Natur,
menschliche Schwächen und Unarten sowie die Rache einer Hausfrau. Mir wurde eine illustre Hochzeitsgesellschaft
gezeigt, und ich wurde sogar nach New York, Sardinien, auf die griechische
Insel Santorin und einen Weihnachtsmarkt entführt. Auch über schlaue Tiere,
ihre Besitzer, „Extrem“sportler und Fussballfans konnte ich lachen.
Besonders hervorgehoben wurde, dass auch der inzwischen
90jährige Heino Rocker aus Wiesmoor wieder mit einem eigenen Film nach
Senftenberg kam.
Doch nun zu den Ergebnissen.
Das Publikum vergab wie immer seine Stimme für die Medaillengewinner:
Mit nur vier Stimmen
mehr erhielt
Gold: "O Tannenbaum"
von Frank Dietrich Kleinkoschen
Silber: "Waschtag" von Manfred Hennig, Bad Liebenwerda
Bronze: "In
der ersten Reihe" von Heino Rocker, Wiesmoor
"Fotoshooting" von Frank Lauter, Schwäbisch Hall
Für den Kunstpreis wurden fünf Beiträge nominiert:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg
Die Performance von Volker Krieger, Dortmund
Der Hemdentrainer von Volker Krieger, Dortmund
New York in 60 Sekunden von Udo Heuberger, Kleinkoschen
No comment von Bernhard Zimmermann, Düsseldorf
Den Kunstpreis
erhielt:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg
Als Teilnehmer an
der DAFF in Wiesbaden vom 20. bis
23. Juni 2019 können sich mit den
Medaillengewinnern noch freuen:
Kunst oder Natur? Von Wolfgang Jahn, Senftenberg,
Farbenspiel von Manfred Hennig, Bad Liebenwerda und Frank
Dietrich, Kleinkoschen
New York in 60 Sekunden von Udo Heuberger, Kleinkoschen
teamplayer von Ulf Kalkschmidt, Nübbel
Für den nächsten Deutschen Minutenwettbewerb rufe ich die
Filmer des Landes auf, mit Ideen und Beiträgen nicht zu sparen und an dieser
Veranstaltung teilzunehmen.
Dass einige Teilnehmer das Ausfallen der Sonntagvormittags
– den Höhepunkt der Kurzfilmtage – sehr bedauerten, brachte dem bisherigen
Festivalleiter schlaflose Stunden. So verkündete er als Überraschung für die
Interessierten eine Fahrt ins Blaue. Und die ist
auch gelungen. Wir besuchten
sechs Punkte im Lausitzer Seenland. So stiegen wir 173 Stufen hoch auf die
Landmarke bzw. laut Volksmund den“ rostigen Nagel“ und hatten eine tolle
Aussicht auf die schöne Landschaft, die aus dem ehemaligen Tagebau entstanden
ist. Wir besuchten Verbindungskanäle zu den einzelnen Seen und sogar einen
Leuchtturm, in dem man auch schlafen kann. Und es gab auch das traditionelle
Glas Sekt zum Abschluss. Dafür Michael Franke unser allerherzlichster Dank. Die
nicht mit waren, haben etwas verpasst.
Abschließend möchte ich noch eine sehr wichtige Sache nennen,
ohne die so eine Veranstaltung nicht durchgeführt werden kann und die ich in
den Jahren meiner Berichterstattung vernachlässigt habe: Die Gestaltung des
Programmheftes, der Flyer und der PowerPoint Präsentation. Ich fand sie auch in
diesem Jahr wieder sehr gelungen. Dafür ein großes Dankeschön an den Macher
Matthias Schulz von den Videofilmern
Senftenberg.
Der Dank geht auch an das ganze Team des Filmclubs, ohne
das ein Gelingen nicht möglich ist.
Auf die nächsten Senftenberger Kurzfilmtage freut sich
Uschi Wicke, ars cinema berlin
Weitermeldungen zu den Bundesfilmfestivals des BDFA
Dokumentarischer Film:
Thüringen
Ein schöpferisches Leben mit Keramik von Erhard Schorcht und
AIDA - open stream von Tin Brendel,
AIDA - open stream von Tin Brendel,
Bahn-Sozialwerk
ganz weit draußen von Franz Josef Berse,
Der Meister der Uhr von Hellmuth Koll
Nachts wenn alles schläft von Bernd Neu
Meckl.-Vorpommern
Verwirklichte Träume von Bärbel Dudeck
Sachsen
abgefahren und abgehängt von Rainer Schubert
Vaterland von Torsten Gerstmann
Patriot oder Verräter? von Steffen Grundmeier
Berlin/Brandenburg
Segen oder Fluch? von Manfred Hennig
Auf den Spuren Günter Grass' von Christoph Byczkowski
BFF Natur
Thüringen
Ultima Thule von Wilfried Matz
about seeds von Jan Philip Roza
Bahn-Sozialwerk
Safari in der Serengeti von Hubert Flegel
Meckl.-Vorpommern
Im Jagdrevier der Ringelnatter und Tumult bei den Erdkröten von Reinhard Voss
Frühling von Peter Schmidt
Fiktionalen Film
Thüringen
TRAUMfactory von Anne Rieckhof
Hotel Sehnsucht von Stefan Schmidt
Meckl.-Vorpommern
Not-Fall von Karsten Kranzusch
Deniz von Stephanie Möller
Hyperventil von Matthias Spehr
Sachsen
Zum Glück faul gewesen von Mimou Kropp
Gravity von Anselm Mende
Berlin/Brandenburg
Stille Post von Pia Schuster
Pornos gibt's im Kiosk von Leonardo Re
Model Rita von Udo Heuberger
Drei weitere Filme sind für einen Reservepool des BFF Fiktionaler Film gemeldet:
Thüringen
Ginger von Markus Stoll
Meckl.-Vorpommern
MoMa Das Morgenmagazin von Matthias Spehr
Berlin/Brandenburg
Spitzel von Dave Lojek
Thüringen
Ginger von Markus Stoll
Meckl.-Vorpommern
MoMa Das Morgenmagazin von Matthias Spehr
Berlin/Brandenburg
Spitzel von Dave Lojek
alle Angaben von Jürgen Haase
Fotos Jürgen Haase
Fotos Jürgen Haase





