Donnerstag, 2. April 2015

21. West-Östliches Kurzfilmfestival "Nachbarn bei Freunden"

Und wieder war es soweit: Ein Team des ars cinema berlin e.V. und des Vereins der Freunde des 'Kino Toni' e.V. organisierten das nun 21. Festival.
Doch zuvor ein paar Bemerkungen.

Es wäre beinah alles umsonst gewesen. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr und der Begrüßung des Schirmherren, Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat für Kultur, dachten die Veranstalter, alles gehe seinen Gang. Erinnern Sie sich noch?
 
Er sagte u.a. ”Bei diesem Festival handelt es sich um eine kulturell herausragende Veranstaltung im Bezirk Pankow. Es knüpft an die über 100-jährige Tradition der frühere Filmstadt Weißensee an und dient dem kulturellen und künstlerischen Austausch von Filmemachern aus verschiedenen Ländern. Damit wird der Bezirk Pankow und Weißensee im Speziellen für drei Tage eine kleine Drehscheibe zwischen Ost- und Westeuropa, auf der sich Künstler und Filmemacher über ihre Länder, Hintergründe und Lebensrealitäten austauschen. Seit 20 Jahren ist es dem Verein Weißensee cinema e.V. in bewundernswerter Weise – und unter erheblichen Anstrengungen – immer wieder gelungen, das Festival eigenständig zu organisieren. Der Bezirk freut sich über dieses bürgerschaftliche Engagement und den aktiven Beitrag im Sinne der kulturellen Vielfalt im Bezirk.” Er sicherte auch bei einem nächsten Jahrgang dieses Festivals seine Unterstützung zu. 

Nichts von alledem! Der Antrag auf finanzielle Unterstützung des diesjährigen Festivals wurde von der Kulturkommission Pankow abgelehnt.
 
Wieder hieß es Klinken putzen. Und viele Gewerbetreibende und Kleinunternehmen aus Weißensee halfen, finanziell und auch ideell. Besonders die Sparkasse am Antonplatz möchte ich hier erwähnen, die mit einer größeren Geldsumme uns unterstützt. 

Dafür und auch allen anderen Sponsoren, Förderern und Helfern meinen ganz besonderen Dank. 

Die Schirmherrschaft hatte Dennis Buchner, Mitglied des Abgeordnetenhauses und Vorsitzender der SPD Weißensee-City übernommen. Er sagte u.a.:

© by Юлия Образцова
"„Nachbarn bei Freunden“, so lautet das schöne Motto des 21. west-östlichen Filmfestivals. Ich freue mich, dass dieses einzigartige Festival einmal mehr in einem der schönsten Kinos Berlins, dem Kino Toni in Weißensee, stattfindet. Es ist ganz offensichtlich. Filme und Filmemachen verbindet. 
Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche Beiträge aus Osteuropa zu erleben, aus Polen, der Ukraine, der Tschechischen Republik. Aber es sind auch Beiträge aus Deutschland, Österreich oder Spanien zu sehen. Somit ist das Festival im wahrsten Sinne des Wortes verbindend, ein Stück gelebtes Europa.
Ausdrücklich möchte ich all jenen danken, die mit viel Herzblut und ehrenamtlich seit Jahren dieses Festival tragen. Ich danke aber auch den Förderern und Sponsoren des Festivals. Sie alle machen es möglich, nun nicht nur drei Tage lang tolle Filme zu erleben, sondern miteinander zu diskutieren, zu feiern und sich zu begegnen.

Dabei wünsche ich viel Spaß und gute Erkenntnisse"

© by Юлия Образцова
Die Eröffnung übernahm Dr. Helmut Domke, Vorsitzender der Stiftung West-Östliche Begegnungen.
In seinen kurzen Ausführungen erläuterte er den Zweck der Stiftung und das Leitmotiv: Die Stiftung West-Östliche Begegnungen fördert persönliche Begegnungen von Menschen aus Deutschland und Ländern Osteuropas, des Baltikums und Mittelasiens. Sie will interkulturelles Lernen unterstützen, Ost-West-Kommunikation und -kompetenz vertiefen und zivilgesellschaftliches Engagement stärken. 
Das Org-Team war sehr froh, die Stiftung wieder als Projektpartner gewonnen zu haben.

Doch nun zum Festival. 
229 Filme wurden uns zugesandt, viele über das Internet, einige noch klassisch über DVD, manche auch ohne Filmmeldebogen; wir konnten dann die Daten "manuell-visuell" ermitteln. Immerhin sollte auch ein Programmheft fertig gestellt werden.
Die Auswahlkommission hatte 39 Stunden Filme gesehen. 27 Länder waren vertreten, von Süd-Korea über Brasilien bis zu den USA.
Insgesamt wurden im Wettbewerbsprogramm 58 Filme gezeigt. Alle Genres waren vertreten. Auch Filmschulen aus aller Herren Länder sandten ihre Kurzfilme ein, davon konnte verständlicherweise nur ein Bruchteil gezeigt werden.

2015 wäre das DEFA-Trickfilmstudio 70 Jahre alt geworden. Deswegen begannen wir das Programm mit einer kleinen Auswahl aus diesen Produktionen und hatten das große Glück, Frau Stefanie Eckert, stellv. Vorstandsvorsitzende der DEFA-Stiftung, zu einem kurzen Gespräch einladen zu können. Viele der Filme werden jetzt digitalisiert und stehen dann zum Verkauf.

Unser Engel, Angela Jehring, führte wieder sicher durch das Programm. Kurze Erläuterungen zu den einzelnen Filmen erhöhten die Spannung auf das nun Kommende.

Eine kompetente Jury mit Renate Epperlein, Monika Haskova aus Prag, Gunther Scholz, Mathias J. Blochwitz und Dr. Helmut Ludwig beurteilte jeden einzelnen Film, mal sehr ernst und kurz, mal auch mit perfekten Entertainment.

Preise wurden u.a. zur Verfügung gestellt vom ABACUS Tierpark Hotel, proDAD GmbH, Fela Management AG/Schweiz und ganz besonders zu erwähnen von Eva und Ernst Wicki, ebenfalls aus der Schweiz. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön.

Hier die Preisträgerliste:
Nachzulesen auch unter Preisliste KFF


Einen Film möchte ich besonders hervorheben: Das Märchen von Hänsel und Gretel. Ein Animations-Film über ein Konzentrationslager für Polnische Kinder (1942-1945), das sogenannte  "Jugendverwahrlager", welches in der Mitte des Lodzer Ghetto versteckt war.
Der Film erhielt höchste Auszeichnungen und Anerkennungen, auch international.
Er ist auf der Internetseite des Autors, Daniel Zagórski, zu sehen.
Erfreulich auch die Tatsache, dass viele der Besucher sogenannte "Laufkundschaft" waren, Leute, welche sich einen Block oder auch mehrere Blöcke anschauten. Die Reaktion: Erstaunlich, was unabhängige Autoren so zeigen und das in bester Qualität.
Es waren erlebnisreiche Tage. Dank an alle Helfer und Unterstützer. Und ein großes Dankeschön allen Autoren.
Ergebnisse und Bilder unter Kurzfilmfestival 2015 zu sehen.
RaHa

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