Zum 22. Mal wurde das West-Östliche KurzFilmFestival
"Nachbarn bei Freunden“ am 18.03.2016 im wunderschönen Kino TONI in der
ehemaligen Filmstadt Berlin-Weißensee eröffnet.
Veranstalter war der Bundesverband Deutscher Film-Autoren
e.V., Ausrichter ein Team vom ars cinema berlin e.V., dem Verein Freunde 'Kino
TONI' e.V. und das Kino TONI selbst.
Für das KFF 2016 wurden 165 Kurzfilme aus 27 Ländern
eingereicht, von denen insgesamt 60 Kurzfilme nationaler und internationaler
Filmhochschulen und Filmklubs aus 19 Ländern gezeigt wurden.
Die Auswahlkommission hatte die nicht leichte Aufgabe, ein
interessantes Programm zusammen zu stellen. Viele sehr gute Filme konnten somit
nicht in das Wettbewerbsprogramm aufgenommen werden. Wir bedauern dieses,
jedoch lässt uns der enge Zeitrahmen keine andere Wahl, zumal ja auch ein breit
gefächertes Programm unserer östlichen Nachbarn gezeigt werden soll.
Thema des Wettbewerbes war wieder: „Nachbarn“. Es sollte
schon einen Bezug auf das Leben in ihren Ländern geben. Denn dieses ist in der
heutigen Zeit ja spannend genug! Traditionell haben bei uns Filme einen
Sonderbonus, deren Autoren auch anwesend sind, manchmal nach einer Anreise von
über 1000 km!!!
Und wie es der Name des Festivals sagt, wir wollen den
östlichen Autoren hier in Berlin eine Plattform schaffen, um sich mit anderen
Autoren austauschen zu können. Viele der Filme, die wir nicht zeigen konnten,
werden bei anderen Festivals bestimmt ihren Weg gehen oder haben auch schon
Preise gewonnen.
Höhepunkt am Freitagabend war bestimmt der Film „Sadakat /
Fidelity“ von Ilker Çatak, der 2015 den Studenten-Oscar in Gold gewonnen hatte,
der dankenswerterweise von der Hamburg Media School zur Verfügung gestellt
wurde.
Erstaunlich die hohe Zahl der Filmeinsendungen aus der
Russischen Föderation - davon auch diverse „Erstlings-Teilnehmer“. Doch woher
die Filmautoren in den USA Kenntnis von unserem Wettbewerb hatten? Internet
macht´s möglich.
„Wenn Ehrenamt, Politik, kommunale Wirtschaft und Künstler
zusammenarbeiten kann nur etwas Großartiges dabei herauskommen. Der Verein ars
cinema berlin e.V., der Freunde des Kino Toni e.V. sowie das Kino Toni aus
Berlin Weißensee haben das 22. West-Östliches KurzFilmFestival „Nachbarn bei
Freunden“ wieder in die ehemalige Filmstadt Weißensee geholt“, steht auf der
Internetseite des Vereins für Weißensee.
Als Schirmherr fungierte Dennis Buchner, Mitglied im
Abgeordnetenhaus von Berlin und Landesgeschäftsführer der Berliner SPD. Er
sagte u.a.: „Das Niveau der Filme ist beachtlich und über die Jahre immer
weiter gestiegen. Gute Ideen, die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet
werden, kennzeichnen über Jahre die Wettbewerbsbeiträge. Und so ist es kein
Wunder, dass die Jury seit Jahren prominent besetzt die Siegerfilme auswählt.
Hohes Niveau – niedrige Förderung. Es bleibt leider ein
Problem, dass (regelmäßig stattfindende) Festivals dieser Art kaum auf die
meist einmalig gezahlten öffentlichen Projektförderungen zurückgreifen können.
Deshalb gilt mein besonderer Dank den Stiftungen und Sponsoren, die auch in
diesem Jahr eine Durchführung ermöglicht haben".
Und wir konnten einen besonderen Gast begrüßen: Dave
Watterson, der frisch gewählte Präsident der UNICA, war mit seiner Frau
angereist. Er ließ es sich nicht nehmen, die Medaille der UNICA persönlich zu
übergeben, doch dazu später.
In der Jury waren diesmal Renate Epperlein (Potsdam), Ruth
Wagner (Österreich), Gunther Scholz (Berlin), Dr. Helmut Ludwig (Düsseldorf), und
Mathias J. Blochwitz (Berlin). Alle stellten sich wieder ehrenamtlich zur
Verfügung.
Los ging es am Freitag mit einem Sonderprogramm. Leider
musste der Vorsitzender der DEFA-Stiftung, Dr. Ralf Schenk, aus
Krankheitsgründen kurzfristig absagen, so konnte wir den vorgesehenen
Programmpunkt „70 Jahre DEFA“ leider nicht erfüllen. Stattdessen, (wir
hatten
das Glück, dass der tschechische Filmemacher Jaroslav Nykl anwesend war)
zeigten wir dann mehrere Kurzfilme von Jaroslav Nykl, die national und
international hoch dekoriert wurden. Starker Beifall war der verdiente Lohn für
diesen Ausnahmefilmer!
Mehrere Filme von Hochschulen wie der Moscow Film School,
The Gerasimov Institute of Cinematography (beide Russische Föderation), der
Baltic Film and Media School (Estland), der Filmakademie Baden-Württemberg,
National Institute of Design, (Paldi, Indien), der School of Visual Arts (USA)
und der Hamburg Media School wurden gezeigt. Hoch interessant, mit welchen
Themen sich die Studenten beschäftigen. Natürlich war das eine Extrakategorie,
da diese Filme schon wegen der Technikausstattung nicht mit den anderen
vergleichbar sind.
Den Abschluss am Freitag galt dem Film „Sadakat / Fidelity“
von Ilker Çatak, welcher 2015 den „Studenten-Oscar“ in Gold gewonnen hatte. „SADAKAT“
ist eine Geschichte über Mut und die Unaufhaltsamkeit von Veränderungen in
Istanbul im Jahr 2014. Danke an die Hamburg Media School und Frau Petra
Barkhausen.
Am Samstag, nach kurzer Begrüßung, ging dann das
Wettbewerbsprogramm für die unabhängigen Filmautoren los. Zum ersten Mal
vereinbarten die Ausrichter mit der Jury eine sogenannte
„Vorab-Kellen-Wertung“. Ziel war es, anwesende Autoren mit Hilfe der
Dolmetscher in die Jurydiskussion einzubeziehen. Und das funktionierte
erstaunlich gut. Somit hatten die Juroren ausreichend Zeit, ihre Standpunkte
und ihre Meinungen zu artikulieren. Auch der entsprechende Autor kam so zu
Wort.
Insgesamt waren 60 Filme, darunter sehr viele kurze
Streifen, im Programm.
Zu den Gewinnern:
Den Hauptpreis, ein Wochenende für 2 Personen im ABACUS
Tierpark Hotel, gewann Jaroslav Nykl aus der Tschechischen Republik mit seinem
Film "VACCAM" ("Die Kuh"). Eine super Animation! Jaroslav
Nykl ist Künstler, Animator, Inhaber der höchsten Auszeichnungen der internationalen
Wettbewerbe der UNICA und Mitglied des Clubs ČKK Prag seit 1969.
Die UNICA-Medaille gewann Elisaweta Ljaschtschenko vom
Filmstudio "Перспектива", Russische Föderation, für den Film "Ϻаленькая
история болшой блокады"/"Kleine Geschichte einer großen
Blockade". Eine Kombination aus Animation und dokumentarischen Szenen.
Thema war die „Geschichte der Tiere“ im Leningrader Zoo während der Blockade im
2. Weltkrieg. Bei der Preisverleihung ist sie fast in Tränen ausgebrochen,
so überrascht und erfreut war die junge Autorin. Ein mehr als berührender
Moment.
Dank der guten Öffentlichkeitsarbeit konnten wir eine große
Anzahl von Besuchern begrüßen, die nicht dem BDFA-Umfeld zuzurechnen waren.
Viele der Gäste waren sehr überrascht über die hohe Qualität der Filme und der
gezeigten Themenvielfalt.
Wir hatten eine Vielzahl von Einsendungen junger
Filmautoren. Unter den Preisträgern befanden sich ebenfalls viele junge
Autoren. Und eine große Anzahl junger Festivalbesucher haben an beiden
Festivaltagen das Kino Toni besucht. Das Festival lebt – auch weil es viele
junge Filmautoren aus dem In- und Ausland für sich entdeckt haben.
Auch das Fernsehen war anwesend, wenn auch „nur“ der Sender
Alex-TV, korrekterweise Alex Offener Kanal Berlin.
Das Fernsehmagazin mittenmang will einen längeren Beitrag
über unser Kurzfilmfestival senden.
Nur zu!
Danke auch an die Mannschaft vom ABACUS Tierpark Hotel für das gelungene Catering:
Aus unserem Gästebuch:
Schöne Filme, angenehme Atmosphäre, gute Gespräche, tolles
Catering, wunderbares Filmtheater, Superhotel, Gespräche am Abend, schöne lange
Busfahrten (ich glaube, wir sind immer über Bernau gefahren) unser liebes
Tierparkhotel, Berge von Rühreiern etc., etc.
Herz, was willst Du mehr. Wir denken, ein sehr gelungenes,
atmosphärisches Festival trotz der Dinge im Hintergrund, die Ihr bewältigen
musstet. Auch dafür seid bedankt. (Mathias J. Blochwitz, Berlin)
Ich möchte noch einmal vielen Dank für eine wunderbare
Erfahrung für Sie in Berlin.
Ich fühlte mich dort wirklich gut. (Jaroslav Nykl,
Tschechien)
Dabei konnten wir auch in den Erinnerungen an den gelungenen
Verlauf und die gute Atmosphäre des Festivals schwelgen, das ihr wieder einmal
besonders eindrucksvoll hingekriegt habt. (Dr. Helmut Ludwig, Düsseldorf)
Vielen vielen Dank für das Festival und unser Besuch.
(Julia, Russland)
Danke schön für Eure Arbeit, Gastfreundschaft und Zusammenbringen
von Menschen aus allen Ecken Europas! (Andrzej Przezdziecki, Polen)
Was für ein wunderbares Ereignis! Das Kino, die Menschen,
die Filme ... aber vor allem die willkommen. Alles war ausgezeichnet. (Dave
Watterson, UNICA-Präsident, Schottland)
Dem füge ich nichts hinzu :-)
RaHa